Mit Calling melden sich The Busters nicht einfach zurück – sie positionieren sich. Seit Ende der Achtziger steht die Band für deutschen Ska mit Haltung, und auch das neue Album macht klar: Hier geht es nicht um Retro-Seligkeit, sondern um Gegenwart.
Musikalisch bleibt das Fundament vertraut: Offbeat-Gitarren, treibende Bläser, Rhythmusgruppe mit Druck. Doch Calling klingt kompakter als frühere Releases. Weniger verspieltes Ska-Feuerwerk, mehr Fokus. Die Arrangements sitzen, die Hooks greifen schnell, ohne banal zu werden.
Inhaltlich wird es mehr als deutlich. Die Texte wirken wacher, politischer, teilweise konfrontativer. Gesellschaftliche Spannungen, persönliche Verantwortung, Zusammenhalt – das sind keine dekorativen Schlagworte, sondern Kern des Albums. Dabei vermeiden The Busters platte Parolen. Stattdessen setzen sie auf klare Botschaften mit Groove und Haltung.
Besonders stark sind die Momente, in denen Melodie und Haltung ineinandergreifen. Wenn die Bläserlinien nicht nur antreiben, sondern kommentieren. Wenn der Refrain nicht nur Ohrwurm ist, sondern eine klare Ansage in sich trägt.
Calling zeigt eine Band, die ihr Genre kennt – und es nicht museal verwaltet. Ska wird hier nicht als Party-Accessoire verstanden, sondern als lebendiges Ausdrucksmittel. Tanzbar, ja. Aber nicht beliebig.
Kein Nostalgietrip. Sondern ein Ruf nach vorne.
Text: Dennis Kresse
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