Der Tod ist eigentlich eine ziemlich sichere Sache. Irgendwann kommt er. Punkt. Keine Verhandlungen, keine Ausnahmen, kein „Ich melde mich später noch mal“. Dumm nur, wenn ausgerechnet ein Tech-Milliardär auf die Idee kommt, diese letzte Gewissheit der Menschheit abzuschaffen. Willkommen bei UPDEAD, dem Romandebüt von Der Tod – und damit bei einer Geschichte, in der selbst der Schnitter plötzlich ums Überleben kämpfen muss.
Nach fünfzehn Jahren Death Comedy auf deutschen Bühnen wechselt Der Tod vom Mikrofon zwischen die Buchdeckel und nimmt dabei so ziemlich alles aufs Korn, was unsere Gegenwart gerade zu bieten hat: Künstliche Intelligenz, Klontechnik, Größenwahn, fanatische Politiker und den menschlichen Traum von der ewigen Existenz. Wobei „Traum“ hier durchaus als freundliche Umschreibung für „Wir haben offenbar immer noch nichts verstanden“ durchgehen darf.
UPDEAD ist Fantasy, Satire und schwarzer Humor in einem ziemlich gut durchgeschüttelten Cocktail. Das funktioniert vor allem dann, wenn Der Tod seine besondere Stärke ausspielt: den absurden Blick auf ziemlich ernste Dinge. Die große Frage nach dem Ende des Lebens wird dabei nicht philosophisch zerredet, sondern mit einer gehörigen Portion Galgenhumor behandelt. Was auch sonst?
Natürlich darf man von einem Roman eines Comedians keine staubtrockene Hochliteratur erwarten. UPDEAD will unterhalten, provozieren und ein bisschen am Weltbild rütteln. Und genau darin liegt sein Charme. Zwischen Apokalypse und Pointe bleibt genügend Platz für den Gedanken, dass Unsterblichkeit vielleicht gar nicht die Erlösung wäre, für die wir sie halten.
Der Tod hat also ein Buch geschrieben. Über das Sterben. Und ausgerechnet darin geht es ums Überleben. Makaber? Sicher. Aber auch ziemlich konsequent. Und irgendwie beruhigend: Am Ende bekommt uns der Tod vielleicht doch noch alle. Bis dahin darf man sich mit UPDEAD immerhin prächtig amüsieren
Text: Dennis Kresse
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