Schwerelos durchs Innenleben – BARABAS hebt mit „ORBIT“ ab

Wer bei „ORBIT“ an Weltraum denkt, liegt nicht ganz falsch. BARABAS nimmt uns mit auf eine Reise durch musikalische Galaxien, allerdings ohne lästige Sicherheitskontrolle und mit deutlich mehr Tiefgang als so manche Raketenmission. Der einarmige Trompeter, Pianist und Komponist verbindet auf seinem neuen Album Jazz-Sensibilität, neoklassisches Klavier und elektronische Klangwelten zu einem bemerkenswert entschleunigten Hörerlebnis.

Schon „Fanfare“ öffnet die musikalische Luke, während „Red“ mit seinem leuchtenden Synthesizer-Puls den Kurs vorgibt. Es folgen schwebende Klavierpassagen, atmosphärische Flächen und immer wieder die warme Trompete, die dem Ganzen eine menschliche Note verleiht. Besonders „Home“ überzeugt mit lyrischer Ruhe, während der Titeltrack „ORBIT“ tatsächlich das Gefühl vermittelt, schwerelos durch ein eigenes Klanguniversum zu treiben.

BARABAS setzt dabei nicht auf musikalisches Feuerwerk, sondern auf Atmosphäre. „Flow“, „Topanga“ und „Rover“ erkunden unterschiedliche Stimmungen, bevor „Moon“ und „Eclipse“ die Reise sanft ausklingen lassen. Alles wirkt durchdacht, ohne sich in verkopfter Kunstmusik zu verlieren.

„ORBIT“ ist ein Album zum Durchatmen in einer Welt, die offenbar ständig auf Überholspur unterwegs ist. BARABAS beweist, dass man auch mit Trompete, Klavier und Synthesizer weit hinauskommt. Und das ganz ohne Raumanzug.

Text: Dennis Kresse