Reibeisen statt Weichspüler – Goldenbaum liefert den Soundtrack gegen graue Tage!

„Alles bunt“ – Martin Goldenbaum zwischen Punk-Attitüde und Pop-Chanson

Der Berliner Sänger und Songwriter Martin Goldenbaum bleibt sich auch auf Alles bunt treu: raue Stimme, direkte Texte und Songs, die zwischen Rock, Pop und Liedermacher-Charme pendeln. Statt Selbstmitleid liefert er lebensbejahende Geschichten über Aufbruch, Zweifel und das kleine Glück im Chaos – ehrlich, klar formuliert und mit spürbarer Energie.

Goldenbaums Punk-Vergangenheit hört man noch immer, vor allem in den kantigen Gitarren und den schnörkellosen Arrangements. Gleichzeitig zeigt sich ein gereifter Songwriter, der weiß, wann ein Refrain sitzen muss und wann ein ruhiger Moment mehr sagt als jede große Geste. Die Vorab-Single Das letzte Lied verbindet Melancholie mit Optimismus und steht exemplarisch für das Album: nachdenklich, aber nie resigniert.

Inhaltlich punktet Goldenbaum mit präzisen Alltagsbeobachtungen und einem klaren Blick auf die Widersprüche des Lebens. Seine Erfahrung – unter anderem aus der Zeit mit BRENNER – sorgt für routinierte, druckvolle Songs, die live vermutlich noch stärker wirken. Dass er auch als als Sänger in Serien wie Pokémon, Miraculous – Geschichten von Ladybug und Cat Noir oder Spidey und seine Superfreunde bekannt ist, zeigt zudem seine popkulturelle Vielseitigkeit – und vielleicht auch die eingängige Note seiner Songs.

soundchecker.koeln-Fazit:

Alles bunt ist ein solides, ehrliches Deutschpop-Rock-Album mit Haltung. Keine große Neuerfindung, aber ein starkes Statement eines Künstlers, der ohne Pathos auskommt und trotzdem berührt. Direkt, optimistisch und angenehm ungekünstelt – ein Album für alle, die klare Worte und handgemachte Songs mögen.

Text: Dennis Kresse

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