Wer beim Albumtitel *Apocalypse Next Tuesday* an Weltuntergangsstimmung denkt, liegt nur bedingt richtig. Vielmehr präsentiert der in Israel geborene und heute in Lüneburg lebende Pianist und Komponist Ido Spak ein Werk, das musikalisch ständig in Bewegung ist. Jazz trifft auf Progressive Rock, streift Metal und lässt sich immer wieder von orientalischen Klangfarben inspirieren – allerdings ganz ohne Gitarren als tragende Kraft.
Spak ist ein exzellenter Pianist, und das hört man in jeder Minute dieses Albums. Seine klassische Ausbildung und jahrzehntelange Erfahrung verleihen den zehn Kompositionen eine technische Klasse, die außer Frage steht. Gerade Freunde komplexer Harmonien und ungewöhnlicher Taktwechsel kommen hier voll auf ihre Kosten.
Doch genau darin liegt auch die größte Herausforderung. *Apocalypse Next Tuesday* verlangt Aufmerksamkeit und Geduld. Die Stücke entwickeln sich oft in langen Bögen, wechseln Tempo und Stimmung, ohne dem Hörer viele eingängige Haltepunkte anzubieten. Wer eine lockere Jazzplatte für den Feierabend sucht, dürfte sich schnell verloren fühlen.
Dabei entstehen durchaus faszinierende Momente. Wenn sich orientalische Melodien mit kraftvollen Rhythmuswechseln verbinden und das Klavier zum eigentlichen Motor der Musik wird, entwickelt das Album einen ganz eigenen Reiz. Trotzdem wirkt manches etwas verkopft. Nicht jede Idee entfaltet ihre volle Wirkung, und gelegentlich scheint die technische Virtuosität wichtiger zu sein als die emotionale Ansprache.
*Apocalypse Next Tuesday* ist damit kein Album für jedermann, sondern eher eine musikalische Entdeckungsreise für Hörer, die Freude an anspruchsvollen Kompositionen haben und sich bewusst auf ungewöhnliche Klangwelten einlassen möchten. Ido Spak beweist einmal mehr sein außergewöhnliches Können.
05.07. – BERLIN – Mendelssohn Remise – 17:00 Uhr
11.07. – NÜRNBERG – Konzertreihe Universelle Musik St. Job – 20:00 Uhr
15.08. – LÜNEBURG – Musik zur Marktzeit – 11:00 Uhr
23.08. – BERLIN – B-flat -20:00 Uhr
30.08. – CÖTHEN (Falkenberg) – Das Gut Richwien – 15:00 Uhr –
Text: Dennis Kresse
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