Es gibt Konzerte, bei denen geht es um große Namen, große Hallen und möglichst viele Menschen vor der Bühne. Und dann gibt es Abende wie diesen im Kölner MTC. Drei Bands, überschaubare Bühne, ein aufmerksames Publikum – und vor allem Musikerinnen und Musiker, die ziemlich offensichtlich aus einem guten Grund auf der Bühne stehen: weil sie Musik machen wollen. Genau solche Abende gehören zu den Dingen, für die Soundchecker.koeln gerne mal die Antennen ausfährt.
Den Anfang machen **Sixturnsnine** aus Düsseldorf. Das Trio mit Anja Valpiani am Gesang, Lutz Bauer an Keys und Electronics und Philip Akoto am Bass bewegt sich irgendwo zwischen Trip-Hop, elektronischen Sounds und atmosphärischem Pop. Massive Attack und Portishead lassen als Vergleichsgrößen zwar schnell die üblichen Schubladen aufspringen, ganz hineinpassen wollen Sixturnsnine aber nicht.
Dafür sorgt schon der Live-Bass, vor allem aber Valpianis markante Stimme und der Mut, auch einmal ungewöhnliche Klangfarben einzubauen. Elektronische Geräusche sorgen für kleine Irritationen und aus den gut arrangierten Songs entsteht eine angenehm eigenständige Atmosphäre. Sixturnsnine machen keine Musik, die sich in den Vordergrund drängelt. Sie zieht einen eher langsam hinein. Und wenn man einmal drin ist, hört man ziemlich genau hin.
Danach wird es deutlich rockiger. **The Strobophonics** aus Köln gehen mit einem musikalischen Cocktail an den Start, der ungefähr dort liegt, wo jüngere U2 auf die Pixies treffen und zwischendurch die Killers vorbeischauen. Das könnte theoretisch nach ziemlich viel Referenzmusik klingen. Auf der Bühne klingt es dann aber vor allem nach einer Band, die verdammt viel Spaß daran hat, gemeinsam Musik zu machen.
Diese Spielfreude ist ansteckend. Energie, Charme und Lust am eigenen Tun überwiegen deutlich. Friedrich Nietzsche soll einst festgestellt haben, dass ein Leben ohne Musik ein Irrtum sei. Die Strobophonics liefern an diesem Abend zumindest ziemlich gute Argumente dafür.

Den Schlusspunkt setzen **Vampire Empire**. Die Kölner Band wurde erst 2025 gegründet und ist damit noch ziemlich frisch im Geschäft. Musikalisch bewegt sich das Quintett zwischen modernem Pop und Rock, Dreampop, Shoegaze und einer Prise Pop-Punk. Vergleiche mit Paramore, The Neighbourhood oder den frühen Coldplay sind da schnell zur Hand – aber letztlich müssen Vampire Empire erst einmal ihren eigenen Platz finden.
Das Schöne: Sie wirken dabei nicht wie eine Band, die schon am Anfang ihrer Karriere unbedingt fertig aussehen möchte. Vielmehr ist da Energie, Spielfreude und die Lust, herauszufinden, wohin die eigene Reise geht.

Und genau das macht diesen Abend im MTC so sympathisch. Drei Bands, drei ziemlich unterschiedliche musikalische Ansätze und kein einziger Grund, sich hinter großen Namen verstecken zu müssen.
Manchmal reicht eben eine kleine Bühne, ein paar gute Songs und ein Publikum, das zuhört.
Mehr braucht ein Konzert eigentlich nicht.
Text: Dennis Kresse
Credits: Harald Rötter