Der Abend mit Femi Kuti im Luxor Köln fühlte sich schnell vertraut an – und gleichzeitig besonders. Kein großes Spektakel, sondern ein Konzert, das sich ganz aus der Musik heraus entwickelt.
Gemeinsam mit seiner Band „The Positive Force“ brachte Kuti den typischen Afrobeat-Sound auf die Bühne: treibend, rhythmisch, warm. Die Stücke bauten sich langsam auf, nahmen das Publikum mit und ließen genug Raum, um sich einfach treiben zu lassen. Man musste hier nichts analysieren – man konnte es einfach spüren.
Kuti selbst wirkte präsent, aber angenehm unaufgeregt. Mal am Saxophon, mal am Mikrofon, immer nah dran an der Musik. Zwischen den Songs wandte er sich ans Publikum, sprach über das, was ihn bewegt, und schaffte damit eine persönliche Verbindung, die den Abend zusätzlich getragen hat.
Auch Songs vom aktuellen Album Journey Through Life passten gut ins Set. Inhaltlich geht es wie so oft um ernste Themen, doch die Musik bleibt dabei offen und zugänglich. Genau diese Mischung macht den Reiz aus: Man tanzt – und nimmt trotzdem etwas mit.
Die Band spielte dabei souverän und mit viel Gefühl für Dynamik. Nichts wirkte überladen, vieles ergab sich einfach im Moment. Gerade das machte den Abend so angenehm: Es ging nicht um Perfektion, sondern um das gemeinsame Erlebnis.
Natürlich schwingt die Geschichte von Fela Kuti immer ein Stück weit mit. Aber Femi Kuti steht längst für sich selbst – und genau das wurde im Luxor deutlich.
Text: Dennis Kresse
Erzählt von uns: