Wer behauptet, Techno sei tot oder höre heute niemand mehr, war am 18. August garantiert nicht auf dem Bonner Kunst!Rasen. Dort bewies Moby eindrucksvoll, dass elektronische Musik auch nach Jahrzehnten noch ziemlich lebendig sein kann – und vor allem verdammt viel Spaß macht.
Dabei begann der Abend durchaus mit einem kleinen Stück Clubgeschichte: Westbam übernahm den Support und brachte schon vor Moby ordentlich Bewegung auf den Kunst!Rasen. Ein schöner Schulterschluss zweier Künstler, die elektronische Musik nicht nur begleitet, sondern entscheidend mitgeprägt haben.
Moby selbst ließ anschließend wenig Zweifel daran, dass er seine Hits nicht ins Museum gehören. „Go“ eröffnete den Abend, gefolgt von „Next Is the E“, „In This World“, „In My Heart“ und „We Are All Made of Stars“. Spätestens da war klar: Das hier wird kein gemütlicher Abend zum Sitzen und Kopfnicken.

Zwischendrin wurde es überraschend politisch und nachdenklich. Bei „Memory Gospel“ lief ein Video mit Jane Goodall, bevor Moby mit David Bowies „Heroes“ einen weiteren besonderen Moment setzte. Kein Versuch, Bowie zu imitieren, sondern eine hörbar respektvolle Verbeugung vor einem großen Künstler.
Danach ging es wieder mitten hinein auf die Tanzfläche: „Why Does My Heart Feel So Bad?“, „Raining Again“, „Disco Lies“, „Flower / Find My Baby“, „Honey“, „Lift Me Up“ und „Extreme Ways“ ließen kaum Wünsche offen. Und wer dachte, damit sei das Pulver verschossen, hatte die Rechnung ohne die Zugabe gemacht.
„Porcelain“ und „When It’s Cold I’d Like to Die“ mit Jacob Lusk sorgten für die melancholische Seite des Abends, „Natural Blues“ für Gänsehaut. Zum Schluss wurde es mit „Feeling So Real“ noch einmal richtig elektronisch – und mit Westbam als Special Guest schloss sich der Kreis.

Moby hat in Bonn nicht einfach seine alten Hits abgespult. Er hat gezeigt, warum diese Songs immer noch funktionieren. Vielleicht hört tatsächlich niemand mehr Techno. In Bonn an diesem Abend aber jedenfalls immmer noch ziemlich viele.
Setlist Moby – 18.08.2026 KunstRasen! Bonn
1. Bodyrock
2. Go
3. Next Is the E
4. In This World
5. In My Heart
6. We Are All Made of Stars
7. Memory Gospel – mit Jane-Goodall-Video
8. Heroes – David-Bowie-Cover
9. Why Does My Heart Feel So Bad?
10. Raining Again
11. Disco Lies
12. Flower / Find My Baby
13. Honey
14. Lift Me Up
15. Extreme Ways
### Zugabe
16. Porcelain
17. When It’s Cold I’d Like to Die – mit Jacob Lusk
18. Natural Blues – mit Jacob Lusk
19. Feeling So Real – mit Westbam
Text:Dennis Kresse
Credits: Oliver Laugks