Nach fünf Jahren veröffentlichen Modest Mouse mit **„An Eraser and A Maze“** ihr achtes Studioalbum. Vieles ist seit „The Golden Casket“ passiert – musikalisch wie persönlich. Der Tod von Gründungsmitglied Jeremiah Green schwebt ebenso über der Platte wie Isaac Brocks Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und Erinnerung. Entsprechend nachdenklich fällt das Album aus.
Musikalisch bleibt sich die Band treu. Kantige Gitarren treffen auf elektronische Spielereien, sperrige Rhythmen auf eingängige Melodien. Immer wieder blitzen Erinnerungen an frühere Alben auf, ohne dass sich Modest Mouse auf Nostalgie verlassen. Vielmehr wirkt „An Eraser and A Maze“ wie eine Bestandsaufnahme einer Band, die auch nach 30 Jahren noch ihren eigenen Weg geht.
Zu den stärkeren Momenten zählen „Absolutely Necessary Never“ und „Speak ‚N Spell (Or Not)“, die den typischen Modest-Mouse-Spagat zwischen Melodie und kontrolliertem Chaos überzeugend hinbekommen. Andere Stücke wirken dagegen etwas verkopft und brauchen mehrere Durchläufe, um ihre Wirkung zu entfalten. Mit 15 Songs fällt das Album insgesamt etwas lang aus – die eine oder andere Kürzung hätte dem Hörfluss gutgetan.
Produktion und Sound bewegen sich auf gewohnt hohem Niveau. Trotz der Beteiligung mehrerer Produzenten bleibt der Charakter der Band jederzeit erhalten.
„An Eraser and A Maze“ ist kein Album für den schnellen Konsum. Es verlangt Aufmerksamkeit und belohnt mit vielen kleinen Details, erreicht aber nicht durchgehend das hohe Niveau seiner besten Arbeiten. Fans der Band werden dennoch viel entdecken, Neueinsteiger dürften sich mit älteren Veröffentlichungen möglicherweise leichter tun.
Text: Dennis Kresse
Erzählt von uns: