Mit Kaleidoscope veröffentlichen Bruther ihr Debüt – und die Erwartungen sind nicht gerade klein. Wer die Wiener zuletzt live erlebt hat, weiß: Diese Band lebt von Energie, von Groove, von diesem leicht unkontrollierten Moment, in dem alles gleichzeitig passiert.
Die Nummern wie etwa Hello machen genau da weiter. Ein treibender Einstieg, irgendwo zwischen Bluesrock-Riff und psychedelischem Flimmern, der weniger auf klassische Songstruktur setzt als auf Gefühl. Das ist kein sauber ausproduzierter Radio-Track, sondern eher ein musikalisches „Rein da und los“ – roh genug, um glaubwürdig zu bleiben, aber eingängig genug, um hängen zu bleiben.
Was sofort auffällt: Bruther versuchen gar nicht erst, ihre Live-DNA zu glätten. Stattdessen wird genau diese Unmittelbarkeit konserviert. Gitarren, die sich gegenseitig hochschaukeln, ein Rhythmus, der mehr rollt als marschiert, und darüber ein Sound, der sich lieber treiben lässt, als auf den Punkt zu kommen. Das kann man mögen – oder sich daran stoßen. Dazwischen gibt es wenig.
„Kaleidoscope“ deutet damit ein Album an, das weniger auf Perfektion als auf Atmosphäre setzt. Die Band scheint verstanden zu haben, dass ihr Reiz nicht im Detail liegt, sondern im Gesamtbild: im Flow, im Moment, im Rausch.
Ein Debüt, das nicht geschniegelt daherkommt, sondern lieber sofort loslegt. Bruther liefern mit „Kaleidoscope“ ein spannendes Debüt – roh, groovig und mit genug Ecken, um interessant zu bleiben und das Cover des „fünften Beatles“ Klaus Voormann verziert das Album zusätzlich noch.
Text: Dennnis Kresse
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