Stereophonics – 04.02.2020 – Köln, Carlswerk Viktoria

 

Die Stereophonics gibt es gefühlt schon ewig. Erste internationale Achtungserfolge gelangen dem Waliser Quartett bereits um die Jahrtausendwende, den größten Hit landeten sie mit Dakota 2005. Und wenn inzwischen der Zuspruch für die Band eher abebbt, so machen sie konsequent weiter Musik und veröffentlichen Alben. Mit Kind haben The Stereophonics wieder ein Album am Start, das an diesem Abend live in Köln präsentiert wird. Rund 1500 Leute lauschen im nicht ganz ausverkauften Carlswerk aber zunächst dem Support Nadia Sheikh. Diese ist Frontfrau einer Band die gitarrenlastigen Indierock spielt. Das klingt weder schlecht noch besonders originell, denn solche Bands und Musik gibt es dann doch eher wie Sand am Meer.Und so gibt es zwar höflichen Applaus für die Vorband aber auch große Vorfreude auf das Waliser Quartett.

Und die Stereophonics legen gleich mit einem der größten Hits Mr Writer als Opener los.Sofort wird deutlich, dass Sänger und Frontmann Kelly Jones noch immer Stimme, Volumen sowie kräftiges Organ hat. Alles hört sich erstaunlich reif und steril an, diverse Songs klingen exakt wie auf den Alben und Tonbeispiele könnten glatt als Studioaufnahme durchgehen. Langjährige Erfahrung und Eingespieltheit machen sich hier sehr bemerkbar.

Die Setlist ist sehr ausgewogen und auch die sechs neuesten Songs klingen wie die alten Stücke und erinnern etwas an die 90er Jahre und sind zugleich aber zeitlos. Der Mix aus Alternative und Britpop weiß die überraschend ausgewogene Fanschar aus männlichen und weiblichen Fans aller Altersklassen gut zu unterhalten. Einzig die Soloballaden an der Gitarre drohen dann doch etwas im Kitsch zu versinken. Dazu trägt auch eine Lichterkette bei, die großzügig am Deckenboden montiert ist und große Teile der Bühne umhüllt.

Diese gleicht einer Weihnachtsbaumlichterkette und sorgt somit für wohlige Atmosphäre. Die Band selbst trägt nicht viel zum Entertainment bei, bedankt sich demütig und artig häufig, vielleicht sogar etwas zu viel, um authentisch zu wirken. Insgesamt mangelt es bei der Show über 1 ¾ Stunden an nicht viel, aber echte Glanzlichter setzen The Stereophonics auch erst am Ende als die Stücke etwas rockiger werden und an Tempo gewinnen. Auf ihren größten Hit Dakota muss das Kölner Publikum sogar bis zum Schluss warten.

Insgesamt bieten die Stereophonics einen soliden Gig und auch das Publikum bleibt eher verhalten und genießt. Von beiden Seiten etwas mehr wäre schön gewesen.

Setlist Stereophonics, Carlswerk Victoria, Köln (04.02.2020)

01. Mr Writer
02. Superman
03. Geronimo
04. Maybe Tomorrow
05. Hurry Up and Wait
06. Have a Nice Day
07. Bust This Town
08. Mr and Mrs Smith
09. Fly Like an Eagle
10. Graffiti on the Train
11. This Life Ain’t Easy (But It’s the One That We All Got)
12. Stitches
13. Nothing Precious at All
14. Don’t Let the Devil Take Another Day
15. Step On My Old Size Nines
16. Make Friends With the Morning
17. Elevators
18. Just Looking
19. I Wanna Get Lost With You
20. Local Boy in the Photograph
21. C’est La Vie
22. Dakota

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Text: Jan Rombout

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