Zwischen Krieg und Hoffnung!

Fra Guerra e Pace – ein eindringliches Album von Pippo Pollina

Wenn ein Musiker seit Jahrzehnten politische und persönliche Geschichten miteinander verwebt, dann entsteht daraus oft mehr als nur ein weiteres Album. Mit „Fra Guerra e Pace“ („Zwischen Krieg und Frieden“) legt der sizilianische Liedermacher Pippo Pollina ein Werk vor, das sich genau in diesem Spannungsfeld bewegt: zwischen Nachdenklichkeit, Widerstand und leiser Hoffnung.

Pollina gehört seit vielen Jahren zu den wichtigen Stimmen des europäischen Liedermachertums. Der in Palermo geborene Musiker verbindet mediterrane Melancholie mit literarischem Anspruch und politischem Bewusstsein. Auch auf „Fra Guerra e Pace“ bleibt er diesem Ansatz treu – und wirkt dabei vielleicht aktueller denn je.

Schon der Titel deutet an, worum es geht: um eine Welt, die permanent zwischen Konflikt und Versöhnung schwankt. Pollina erzählt von gesellschaftlichen Spannungen, persönlichen Erinnerungen und den großen Fragen unserer Zeit. Seine Texte sind dabei nie plakativer Protest, sondern eher poetische Beobachtungen, die Raum zum Nachdenken lassen.

Musikalisch bewegt sich das Album im vertrauten Pollina-Kosmos: akustische Arrangements, warme Instrumentierungen und eine Stimme, die Geschichten eher erzählt als inszeniert. Folk, Chanson und italienische Cantautore-Tradition treffen aufeinander, ohne sich gegenseitig zu überlagern. Statt großer Gesten setzt Pollina auf Atmosphäre und Texttiefe.

Gerade diese Zurückhaltung macht den Reiz von „Fra Guerra e Pace“ aus. In einer Zeit, in der politische Botschaften in der Popmusik oft plakativ daherkommen, wirkt Pollinas Ansatz fast altmodisch – im besten Sinne. Seine Songs entfalten ihre Wirkung nicht durch Lautstärke, sondern durch Haltung.

Das Album ist damit weniger eine Sammlung einzelner Hits als vielmehr ein zusammenhängendes musikalisches Tagebuch. Wer sich darauf einlässt, entdeckt eine ruhige, aber eindringliche Reflexion über eine Welt im Dauerzustand der Unsicherheit.

Fazit:
Mit „Fra Guerra e Pace“ zeigt Pippo Pollina einmal mehr, dass politisches Songwriting auch ohne Pathos funktionieren kann. Ein kluges, poetisches Album zwischen Melancholie und Hoffnung – und ein starkes Beispiel dafür, wie zeitlos engagierte Liedermacherkunst sein kann.

Text: Dennis Kresse

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