„Zwischen Kopfkino und Küstenflucht: Schwabing80 über ‚rimini‘ und echte Gefühle“

Mit „rimini“ liefert Schwabing80 einen Song, der sofort Bilder im Kopf entstehen lässt: Sommer, Sehnsucht und der spontane Aufbruch Richtung Süden. Im Gespräch geht es um genau dieses Gefühl, um künstlerische Intuition, Identität – und warum Authentizität am Ende wichtiger ist als jede Playlist.

„rimini“ klingt nach Sommer, Leichtigkeit und ein bisschen Eskapismus – wie ist der Song entstanden?

Der Song ist entstanden, als wir im Studio waren und uns gefragt haben, wann endlich der Sommer zurückkehrt nach Deutschland. Ich habe damals gesagt Italien wäre toll und hatte sofort das Bild, als ich ’98 Hals über Kopf nach Rimini gefahren bin – der Song basiert damit auf einer wahren Begebenheit.

Dein Sound transportiert sofort Bilder – war dir dieses Kopfkino von Anfang an wichtig?

Ich sehe alles in Bildern, quasi wie ein Film. Daher schreibe ich meine Texte so, dass sofort eine Art Kopfkino bei den Hörern abläuft.

Du arbeitest mit einem sehr erfahrenen Team im Hintergrund – wie viel Einfluss hast du selbst auf Sound und Produktion?

Mit den Jungs arbeite ich schon seit über zehn Jahren, und am Ende setze ich mich durch auch wenn es manchmal nicht ganz leicht für alle ist – ich muss es fühlen. Ich muss es spüren. Ich muss es am Ende authentisch wiedergeben. Somit habe ich zwar das letzte Wort, aber wir sind ein eingespieltes Team, das sich gut kennt und weshalb größere Diskussionen selten stattfinden.

Deine Stimme kam schon früh einem großen Publikum bekannt vor – wie hat dich diese erste Aufmerksamkeit geprägt?

Ich mach mir nichts draus. Für mich spielt es keine Rolle, ob ich für ein großes oder kleines Publikum, vor jung oder vor alt spiele – ich liebe es, mit dem Publikum zu interagieren und Emotionen auszulösen.

Der bayerische Tonfall ist ein zentrales Element deiner Musik – bewusste Entscheidung oder einfach Teil deiner Identität?

Es ist definitiv ein Teil meiner Identität als halb Ägypter. Halb Bayer trage ich beide Welten in meinem Herzen.

Zwischen Pop, Indie und Sommerhit: Wo verortest du dich selbst musikalisch?

Darüber mache ich mir tatsächlich nicht so viel Gedanken. Ich möchte Menschen am Ende des Tages emotional berühren – und mal sind mehr Gitarren, mal mehr Hip-Hop Elemente drin und manchmal sind mehr klassische Popelemente zu hören. Ich liebe es einfach, Musik zu machen

Wie entsteht bei dir ein Song zuerst – über ein Gefühl, ein Bild oder eine konkrete Geschichte?

Sowohl als auch, wobei es inhaltlich überwiegend auf einer echten Geschichte basiert beziehungsweise einem Erlebnis etc. – auch hier: ich muss es fühlen.

„rimini“ funktioniert sehr direkt – hast du beim Schreiben schon an Playlists und Radio gedacht?

Überhaupt nicht, am Anfang haben wir gelacht und einfach nur eine gute Zeit gehabt und haben am Ende der Session gemerkt, dass dieser Song auf jeden Fall Herzen öffnet.

Was unterscheidet dich deiner Meinung nach von anderen deutschsprachigen Pop-Acts im Moment?

Ich glaube, der Hörer wird ganz schnell verstehen, wenn er meine Musik hört, was der Unterschied ist.

Wenn „rimini“ der Start ist – wie klingt dann das größere Bild dahinter? Album, EP oder einfach erstmal der nächste Sommer?

Wir arbeiten schon fleißig an weiteren Songs beziehungsweise haben schon eine Handvoll. Lasst euch überraschen. Es wird herzzerreißend und manchmal vielleicht ein bisschen wild und emotional, aber immer mit echten Gefühlen.

Danke für das schöne Gespräch.

Fragen: Dennis Kresse

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