Rudi Burke: Zwischen rauer Seele und großen Melodien

Indie-Folk trifft auf Alternative Rock, ehrliche Emotionen auf handgemachten Sound: Rudi Burke aus Gelsenkirchen macht Musik, die nicht um Aufmerksamkeit bettelt, sondern lieber unter die Haut geht. Mit seinem Debütalbum „Beauty left within“, das am 4. Dezember 2026 erscheint, möchte der Singer-Songwriter nun weitere Menschen erreichen. Wir haben mit ihm über musikalische Wurzeln, raue Stimmen, amerikanische Nachnamen und die Schönheit im Verborgenen gesprochen.

**Rudi Burke klingt nach Indie-Folk, bringt aber gleichzeitig die Energie des Alternative Rock mit. Wann hast du für dich gemerkt, dass genau diese Mischung dein musikalisches Zuhause ist?**

Das hat sich mit der Zeit ganz natürlich entwickelt. Ich wollte mich nie auf ein bestimmtes Genre festlegen oder so klingen wie ein bestimmter Künstler, sondern einfach die Musik machen, die sich für mich richtig anfühlt und aus mir rauskommt. Der Indie-Folk gibt mir Raum für Intimität und Verletzlichkeit, während der Alternative Rock Dynamik und eine gewisse Energie mitbringt. Beides gehört zu mir und meinen Songs.

**Deine Stimme wird als rau und emotional beschrieben. Ist diese Rauheit etwas, das du bewusst einsetzt, oder entsteht sie einfach aus der Art, wie du deine Songs fühlst und singst?**

Da ich früher Shouter war, ist die Rauheit etwas, das meine Stimme mit sich bringt. Manchmal ist es aber auch so, dass ich mich von den Emotionen tragen lasse und für mich besonders markante Textstellen unbewusst rauer betone.

**Du heißt eigentlich Rudolf Patrick Burgmer. Warum wurde aus Rudolf Patrick Burgmer ausgerechnet Rudi Burke – und was bedeutet dieser Name für dich?**

Auch wenn ich als Rudolf geboren wurde, nennen mich alle, seit ich denken kann, Rudi. Gefällt mir auch deutlich besser als Rudolf. Da dieser Name Wiedererkennungswert hat, war für mich gleich klar, dass mein Vorname so auch in meinem Künstlernamen vorkommen soll. Den Nachnamen Burgmer habe ich zu Burke (ausgesprochen: Börk) geändert, weil das ein recht gängiger amerikanischer Nachname ist und ich ausschließlich englischsprachige Musik mache. Ich wollte aber auch etwas nehmen, das zumindest eine gewisse Ähnlichkeit zu meinem deutschen Nachnamen hat.

**Deine Songs sind englischsprachig. Was gibt dir die englische Sprache beim Schreiben, was du auf Deutsch vielleicht nicht hättest?**

Da ich immer schon englischsprachige Musik bevorzugt habe und eigentlich auch ausschließlich höre, war für mich immer klar, dass ich auch auf Englisch schreiben möchte. Einen Vorteil sehe ich darin, dass die englische Sprache viel bildhafter ist als unsere. Das macht die Arbeit mit Metaphern oder Kopfkinos meiner Meinung nach einfacher.

**Du setzt auf handgemachte Arrangements. Wie wichtig ist es dir, dass man in deiner Musik tatsächlich noch die Musiker und Instrumente hört – und nicht alles bis ins Letzte glattproduziert wird?**

Das ist mir persönlich extrem wichtig. Als Verfechter der Musik der 70er und des analogen Sounds lege ich viel Wert auf Authentizität. Dabei muss auch nicht alles glattgebügelt sein.

**Deine Songs sollen unmittelbar wirken, ohne sich aufzudrängen. Wie schwierig ist es, Emotionen zuzulassen, ohne dass ein Song am Ende zu pathetisch wird?**

Ich glaube, das Wichtigste ist, ehrlich zu bleiben und nichts erzwingen zu wollen. Wenn man versucht, eine Emotion unbedingt zu vermitteln, läuft man schnell Gefahr, sie zu überzeichnen. Ich möchte mit meiner Musik Gefühle und Bilder entstehen lassen, mit denen sich die Hörer auf ihre eigene Weise identifizieren können.

Es geht mir darum, dass mein Song berührt, weil er sich echt anfühlt und nicht, weil er unbedingt berühren will.

**Gelsenkirchen ist nicht unbedingt die erste Stadt, die man mit Indie-Folk verbindet. Inwieweit steckt deine Heimat im Sound und in den Geschichten deiner Songs?**

In gewisser Weise beschreibt das ganze Konzept meines Debütalbums „Beauty left within“, was man mit „Die Schönheit im Verborgenen“ übersetzen kann, meine Heimat.

Mein Sound hat ehrlicherweise wenig mit meiner Herkunft zu tun. Er bewegt sich eher in Richtung Americana. Die Lyrics hingegen schon. Natürlich haben mich viele Geschichten aus meiner Jugend und der heutigen Zeit geprägt, die ich in meinen Songs bearbeite.

**Wenn du einen neuen Song schreibst: Entsteht zuerst eine musikalische Idee, eine Textzeile oder manchmal auch einfach ein Gefühl, das unbedingt raus muss
?**

Mal so, mal so. Tatsächlich habe ich alle Ansätze schon für mich genutzt, aber in der Regel beginnt es mit einer Textzeile oder einer Melodie in meinem Kopf.

**Was ist dir bei einem Konzert wichtiger: Dass das Publikum deine Songs genau so hört, wie du sie aufgenommen hast – oder dass live etwas völlig Eigenes und Unvorhersehbares entsteht?**

Für mich ist die Live-Erfahrung immer etwas Eigenständiges. Natürlich versucht man, seine Songs immer bestmöglich zu performen, aber es gibt immer Tagesformen, auch emotional, die den Song beeinflussen können.

Manche Sachen spielt man auch bewusst etwas schneller oder langsamer, lauter oder leiser. Je nach Abend, Publikum und Stimmung.

**Wenn wir Rudi Burke heute kennenlernen und in einem Jahr wieder miteinander sprechen: Was möchtest du bis dahin musikalisch unbedingt erlebt oder erreicht haben?**

Ich wünsche mir, dass ich mit meinem Debütalbum „Beauty left within“, das am 4. Dezember 2026 erscheinen wird, noch mehr Menschen erreichen kann. Gleichzeitig möchte ich mich künstlerisch weiterentwickeln, neue Songs veröffentlichen und live mehr Erfahrungen sammeln.

Ich bin glücklich darüber, Musik machen zu können, hinter der ich voll stehe und die einigen Menschen etwas bedeutet. Ich hoffe einfach, diesen Weg weitergehen zu dürfen.

Fragen: Dennis Kresse

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