Robots of the 80s beweisen: Auch Algorithmen können Drama!

Robots of the 80s – Logic Drama

Robots of the 80s machen auf Logic Drama genau das, was der Titel verspricht: Sie inszenieren ein kleines Melodram zwischen Schaltkreis und Gefühl – und haben dabei erfreulicherweise keine Angst vor großen Fragen. Was passiert, wenn Maschinen anfangen, über Sinn, Nähe und Relevanz nachzudenken? Die Antwort lautet hier nicht: endloser Retro-Kitsch, sondern überraschend kontrollierter Synthpop mit Haltung.

Musikalisch bewegt sich das Album souverän im Spannungsfeld aus New Wave, minimalistischem Elektropop und dezenten Italo-Anleihen. Die Beats sind stoisch, die Synths glänzen kühl, aber nie herzlos. Statt neonfarbener Nostalgie regiert eine angenehme Ernsthaftigkeit, die trotzdem weiß, dass man dazu tanzen darf. Oder zumindest mitwippen, während man über die Zukunft der Menschheit grübelt.

Stimmlich bleibt alles angenehm nüchtern. Keine übertriebene Theatralik, kein roboterhaftes Pathos – eher das Gefühl, dass hier jemand sehr genau weiß, wann Zurückhaltung mehr Wirkung hat als Drama. Besonders stark ist das Album immer dann, wenn es emotionale Themen nicht erklärt, sondern einfach stehen lässt. Nähe, Kontrolle, Einsamkeit – alles da, nichts aufdringlich ausformuliert.

Natürlich ist Logic Drama kein radikales Neuerfindungsmanifest elektronischer Musik. Aber es ist auch kein reines Stilzitat. Robots of the 80s nutzen vertraute Sounds, um zeitgemäße Fragen zu stellen – und genau darin liegt die Stärke des Albums.

Fazit: Logic Drama ist kluger, leicht melancholischer Synthpop für Menschen, die ihre Zukunft gern vertanzt, aber nicht verdrängt hätten. Kühl im Sound, warm im Kern – und deutlich intelligenter als der nächste Algorithmus vermuten würde.

Text: Dennis Kresse

Erzählt von uns: Facebooktwitterby feather