DIE BUBEN IM PELZ: Neues Album „Menschen Ohne Freunde“ Die Pioniere der österreichischen Dialekt-Welle veröffentlichen im Oktober ihr neues Album „Menschen Ohne Freunde“. Eine Platte voller morbider Melancholie. Persönliche Erfahrungen mischen sich mit Beobachtungen aus der Stadt an der Donau. Das Sinistre flirtet mit dem Romantischen, bissiger Humor ist fixer Bestandteil. Die Songs erzählen von Vergänglichkeit, Isolation, aber auch neuen Anfängen und dem kurzen Moment großer Liebe. Manchmal klingt das musikalisch waidwund, dann wieder kuschelig und leichtfüßig, wie in Zuckerwatte aus dem Wiener Prater verpackt. Für das bemerkenswerte Cover ist der bildende Künstler Roland Reiter verantwortlich, der seit 2023 bei den Buben im Pelz auch hinter dem Schlagzeug sitzt. Seine Skulptur „Henry & Paul“ bildet perfekt die Stimmung hinter den neuen Songs ab.
Wie alles begann.
Wenn man die Geschichte der Buben im Pelz weit zurückverfolgt, nämlich bis vor der Bandgründung anno 2014, dann landet man bei den Wurzeln der Neo-Wienerlied-Szene. Die legendäre Neigungsgruppe Sex, Gewalt & Gute Laune hat bereits in den frühen Nullerjahren Indie-Rock auf provokante Weise mit Dialekt-Texten kombiniert. Spätere Jung-Popstars aus Wien, das wird bisweilen gerne unterschlagen, waren begeistert im Publikum oder bei Backstage Gelagen dabei. Als sich die Neigungsgruppe 2012 auflöst, wollen die Ex Mitglieder David Pfister und Christian Fuchs weiterhin zusammen Musik machen. Auf Wienerisch, auch wenn nur einer der beiden singenden FM4 Redakteure in der Donaustadt geboren ist, der andere im oststeirischen Fürstenfeld.
Austropop, der damals eine Renaissance feiert, interessiert Pfister und Fuchs aber eher weniger. Wohl können sich beide auf die Avantgarde-Götter The Velvet Underground einigen. Deren selbst betiteltes Debüt, ein Meisterwerk der Rockhistorie, nehmen sie sich vor – und ersetzen die ikonische Banane am Cover gegen eine Burenwurst. Respektvoll und frech zugleich werden Geniestreiche wie „Waiting For My Man“ in den Dialekt übertragen. Den Bandnamen denken sich Pfister und Fuchs zwischendurch bei einer Zugfahrt ins Studio aus. Die Buben im Pelz bezieht sich wie Lou Reed in „Venus in Furs“ auf einen nicht unbekannten Österreicher namens Leopold Sacher-Masoch.
Urbane Outsider-Attitude.
Das deutsche Feuilleton klatscht Beifall. Eine eingeschworene Fan-Bubble beginnt sich zu bilden. Davon motiviert nimmt eine exzentrische Karriere ihren Anfang, inklusive zahlreicher Besetzungswechsel. Eine echte Band formiert sich aus dem Projekt, eigene Songs entstehen, die wie das Schaffen von Lou Reed & Co., zwischen Rock‘n‘Roll, Noise, Pop und dezidiert urbanen Lyrics oszillieren. Was sämtliche Stücke der Buben im Pelz verbindet, ist eine gewisse Outsider-Attitude, die sich nicht in modische oder ideologische Klischees fügt. Auch den Wien-Hype, der irgendwann tobt, beobachtet man eher am Rande. Die Buben kooperieren zwar begeistert mit Aushängeschildern des neuen und alten Dialektsongs, wie Voodoo Jürgens oder Boris Bukowski, aber meiden Heurigenromantik und Beisl-Tristesse. Und lassen sich lieber von britischem Postpunk inspirieren.
Humoristische Härte. Als es 2021 gemeinsam nach Berlin geht, um das dritte Album „Geisterbahn“ aufzunehmen, sind längst weitere Schlüsselmitglieder zu Band gestoßen. Christof Baumgartner, bekannt durch Fetish 69, begleitet die Buben seit den Anfängen als „Der Fels“ am Bass. Markus Reiter (Destroyed but Not Defeated) prägt die Songs mit seinem speziellen Gitarrenspiel – und ekstatischen Bühnenausbrüchen. Keyboarder und Sänger Bernd Supper (Scarabeus Dream), bringt eine ungeheure Musikalität und Zärtlichkeit mit. Bei den Berliner Aufnahmen zu „Geisterbahn“, im Umfeld der Einstürzenden Neubauten, kommt es zu einer denkwürdigen Plauderei. Der damalige Coproduzent Alexander Hacke, (Ex-) Bassist der Industrial-Legenden, erzählt von einem Wien-Aufenthalt voller humoristischer Härten. Bei einer Party zeigte ein Besucher auf die Anwesenden und zitierte zynisch die Jugendsprache: „Das sind doch alles Menschen ohne Freunde!“
Indie Allstar-Band.
Der Satz von Herrn Hacke bleibt hängen, persifliert er doch nicht nur die grantigen Seiten der österreichischen Hauptstadt. Er beschreibt auch eine digitale Gegenwart voller falscher Friends und verkümmernder realer Beziehungen. Als sich Die Buben im Pelz 2025 im Studio des Wiener Produzenten Alex Lausch einfinden, steht der Titel für das entstehende Album schon vorab fest. „Menschen Ohne Freunde“ bringt den sanft melancholischen, dann wieder sarkastischen Tonfall der neuen Lieder auf den Punkt. Inzwischen ist ein weiterer zentraler Musiker Teil der Indie-Allstar-Band geworden: Roland Reiter (vormals M185) verleiht den Dialekt-Rock‘N‘Rollern mit seinem groovigen Schlagzeug-Stil eine psychedelische Dimension. Außerdem findet der bildende Künstler mit seinem Albumcover auch einen visuellen Ausdruck für den Geist der Buben und der neuen Platte. Bewusst hat sich die Gruppe für dieses Album für gemeinsame Live-Aufnahmen wie in den Sixties entschieden. Aber nicht aus falscher Nostalgie heraus, es geht darum, dem Album eine Ahnung von Soul einzuhauchen. Viel Vergnügen mit „Menschen Ohne Freunde“
Text: Pressemitteilung
Erzählt von uns: