Geplant war für diesen Abend ursprünglich Toni & Max Uthoff. Einer zuviel. Doch an diesem Abend ist Max Uthoff nur allein vor Ort und gibt deshalb sein aktuelles Soloprogramm uns.ich.er zum Besten.
Max Uthoff ist ein kapitalismuskritischer Kabarettist mit linker Haltung, der in seinem Programm soziale Missstände und politische Themen humorvoll und provokant behandelt. Das Ganze garniert er mit Statistiken zur Steuerverschwendung oder häuslicher Gewalt. Er kritisiert scharf Konservative wie Philipp Amthor, Jens Spahn und Markus Söder, den er zur Therapie auffordert, sowie rechte Parteien und Medienvertreter.
Uthoff spricht über Frauenbenachteiligung, sexuelle Gewalt, Angst als politisches Instrument und fordert gesellschaftliche Reformen wie Mehrgenerationenhäuser und Bürgerräte. Trotz beißender Satire und Beleidigungen reflektiert er auch seine eigene Kindheit und will sein Publikum zum Nachdenken anregen. Sein Stil polarisiert, weil er zugleich provoziert und einen kritischen Spiegel vorhält. Das alles trägt er gekonnt auswendig vor, ist dabei aber noch nicht so sattelfest, wie ich ihn bei früheren Auftritten erlebt habe. Einmal verliert er sogar gänzlich den Faden, mit Hilfe des Publikums gelingt es ihm jedoch wieder in die Spur zu kommen. Das macht ihn menschlicher und somit nahbarer.
Auch am Ende seines rund zweistündigen Programms zeigt er sich versöhnlich, weil selbstkritisch. Denn dann rufen wir ihm aus dem Publikum zu: „Jetzt oder nie, geh zur Therapie!“
Text: Jan Rombout
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