Kula Shaker in Köln – Zwischen Britpop und Sitarsound!

Kula Shaker sind nie ganz im Britpop aufgegangen. Während viele ihrer Zeitgenossen Coolness kultivierten, setzte die Band von Beginn an auf Spiritualität, indische Einflüsse und eine gewisse Offenheit im Sound. In Köln zeigt sich: Dieses Konzept trägt auch nach 30 Jahren.

Crispian Mills führt souverän durch das Set, wechselt zwischen Gitarre, Gesang und kurzen Ansagen, die das Publikum nah an die Songs holen. Stücke vom Debüt K funktionieren immer noch direkt – die Mischung aus klaren Melodien, Gitarrenriffs und Sitar-Elementen sorgt für Bewegung im Saal.

Die neuen Songs vom aktuellen Album Wormslayer fügen sich stimmig ein. Sie wirken etwas kompakter, weniger verspielt als früheres Material, behalten aber die typischen Referenzen an indische Instrumentierung und psychedelische Strukturen. Live bekommen sie mehr Druck als auf Platte.

Auffällig ist die Spielfreude der Band. Die Songs werden nicht einfach reproduziert, sondern leicht gedehnt, rhythmisch geöffnet, teilweise in längere Instrumentalpassagen geführt. Gerade dort zeigt sich, dass Kula Shaker nie nur eine 90er-Band waren, sondern immer auch Jam-Elemente in ihrem Kern hatten.

Köln erlebt keinen Nostalgie-Abend, sondern eine Band, die ihr eigenes Profil über Jahrzehnte bewahrt hat – zwischen Britpop-Historie und eigenständiger Rocktradition.

Setlist Kula Shaker, Bürgerhaus Stollwerck, Köln

01. Lucky Number
02. Good Money
03. Charge of the Light Brigade
04. Broke as Folk
05. Natural Magick
06. Idon’twannapaymytaxes
07. Great Hosannah
08. Mystical Machine Gun
09. I’m Still HereI’m Still Here
10. Infinite Sun
11. Shower Your Love
12. Be Merciful
13. The Winged Boy
14. Day For Night
15. Wormslayer
16. 303
17. Tattva
18. Hush (Joe South cover)
19. Govinda

Text: Dennis Kresse

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