„Fur and Gold“ – Wenn Magie nicht altert!

Manche Debüts sind Momentaufnahmen. Fur and Gold war 2006 eine Zeitenwende. Fast 20 Jahre später erscheint das Erstlingswerk von Bat for Lashes nun neu gemastert – und klingt erstaunlich zeitlos. Dass Frank Arkwright das Album in den legendären Abbey Road Studios überarbeitet hat, hört man: mehr Tiefe, mehr Luft, mehr Glanz im Detail. Aber die eigentliche Magie war ohnehin schon da.

Hinter Bat For Lashes steckt Natasha Khan, eine Künstlerin, die Pop nie als reines Songformat verstand, sondern als Gesamtkunstwerk. Fur and Gold war von Anfang an ein Hybrid aus Mythos, Herzschmerz und cineastischem Art-Pop. Songs wie What’s a Girl to Do?, Horse and I oder Trophy oszillieren zwischen Tribal-Drums, verspielten MIDI-Sounds und entrückter Melancholie. Das war damals eigenwillig – und ist es heute noch.

Die Jubiläumsedition liefert neben dem Originalalbum Demos und BBC-Live-Aufnahmen, die den Entstehungsprozess transparent machen. Gerade die rohen Versionen zeigen, wie kompromisslos Khan schon früh arbeitete: viel Raum, ungewöhnliche Arrangements, keine Angst vor Pathos oder Stille. Kein Wunder, dass das Album 2006 direkt für den Mercury Prize nominiert wurde.

soundchecker.koeln-Fazit:

Fur and Gold ist kein nostalgischer Re-Release, sondern der Beweis, dass visionärer Pop nicht altert. Zwischen Donner, Girl-Group-Chören und poetischer Dunkelheit entfaltet sich ein Debüt, das heute fast moderner wirkt als manches Streaming-Produkt von 2026. Wer es damals verpasst hat, sollte jetzt eintauchen. Und wer es kennt, weiß: Diese Magie war nie weg.

Text: Dennis Kresse

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