Foreigner – 10.06.2026 – Amphitheater Gelsenkirchen

Foreigner werden 50 und gefühlt will ganz Gelsenkirchen dabei sein. Das Amphitheater meldet immerhin ausverkauft und somit wollen rund 6000 Leute die alten Rocker noch sehen. Wobei sie sich eben doch stark verjüngt haben und von der Originalbesetzung niemand mehr dabei ist. Der Spannung und Stimmung scheint dieser Fakt aber keinen Abbruch zu tun.

Bevor jedoch Foreigner Fanherzen und Bühne erobern können, gehen als Support The Saint Cecilla an den Start und nutzen ihre 30 Minuten Showtime gut. Sie machen vieles richtig und sammeln direkt Punkte, indem sie Schalke 04 zum Aufstieg gratulieren. Die Band um Frontmann und Sänger Stewart Heigold kommt aus Costa Rica und überzeugt mit einem Mix aus Garagen- und Classic Rock. Die 70er lassen grüßen. Der Gesang ist klar und trotzdem rau und etwas verwaschen. Wer sich über die Band informiert, weiß, dass sie immer eine Coverversion in ihrem Set haben. Ob White Wedding von Billy Idol, Are You Gonna Be My Girl von Jet oder in Gelsenkirchen Smells like teen spirit als Beispiel. Und dieses Cover überzeugt sehr, er kann die Stimmfarbe Cobains sehr gut hinbekommen. Da hab ich schon schlechtere Live-Versionen von Nirvana selbst gehört.

Um 21 Uhr ist dann die britisch-amerikanische Formation von Foreigner an der Reihe. Der frühere Background-Sänger und Gitarrist gibt nun seit rund einem Jahr als Sänger und Frontmann den Ton an. Und Luis Maldonado klingt wirklich sehr nach Ex-Sänger Lou Gramm. Stimmfarbe, Schnelligkeit, Betonung, all dies klingt nicht fremd, sondern vertraut in meinen Ohren. Als Sahnehäubchen obendrauf ist der Sound gut und es gibt keinen Regen während der Show. In den 90 Minuten lassen sich Foreigner nicht lumpen, sondern bieten Hit an Hit und legen dabei erstaunliches Tempo vor. Die erste Hälfte vergeht wie im Flug, die zweite hat auch etwas Längen. Denn hier geben Foreigner der Bandvorstellung viel Raum und lassen insbesondere den Keyboarder sowie den Drummer zusätzlich mehrminütige Soli spielen. Zwar gekonnt aber eben etwas zu lang. Und da sie es so „nur“ auf 12 Songs bringen, wäre weniger Show und mehr Hits dienlicher gewesen. Say you will oder Dirty Wild Boy hätten als Beispiel sicher gut hineingepasst.

Sei es drum, die Mischung hat sehr gepasst. Überdurchschnittlich gute Vorband, guter Sound, ein Frontmann mit Qualität, eine atemberaubende Kulisse und Open-Air Location mit einem Fluss im Hintergrund sowie gutes Wetter machen den Konzertabend zum Erlebnis. 2027 werden sie wiederkommen und statten in NRW dann Düsseldorf einen Besuch ab. Und dabei haben sie dann niemand Geringeren als die Band Europe als Support mit dabei.

Setlist Foreigner:

Double Vision
Head Games
Cold as Ice
Waiting for a Girl Like You
That Was Yesterday
Women
Feels Like the First Time
Urgent
Juke Box Hero

Long, Long Way From Home
I Want to Know What Love Is
Hot Blooded

Text: Jan Rombout

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