Wenn Social-Media-Humor den Sprung auf die Bühne wagt, geht das nicht immer gut. Bei Joe Di Nardo allerdings schon. Sein erstes Gastspiel im Pantheon-Theater Bonn zeigt: Der Italo-Schwabe kann mehr als kurze Clips – er trägt auch einen ganzen Abend.
Mit „Comedy al dente“ bleibt Di Nardo seinem Erfolgsrezept treu: kulturelle Missverständnisse, Alltagsbeobachtungen und jede Menge italienisches Temperament. Seine bekannten Kellner-Sketche funktionieren auch live – vielleicht sogar besser, weil sie hier Raum bekommen, sich zu entfalten. Das Publikum erkennt sich wieder, lacht über Klischees und oft auch über sich selbst.
Dabei lebt der Abend vor allem von Di Nardos Präsenz. Er ist ständig in Bewegung, sucht den Kontakt zum Publikum und spielt mit Erwartungen. Mal charmant, mal leicht überdreht, aber immer mit einem Gespür für Timing. Die Witze sitzen, auch wenn nicht jede Pointe gleich zündet.
Die überraschende zweite Ebene: seine Stimme. Immer wieder streut Di Nardo musikalische Momente ein – italienische Balladen, kleine Gesangseinlagen, augenzwinkernd und doch ernsthaft genug, um zu zeigen, dass hier mehr dahintersteckt als nur Gag-Feuerwerk. Spätestens hier wird klar, dass seine Teilnahme an Stefan Raabs Castingshow SSDSDSSWEMUGABRTLAD kein Zufall war.

Natürlich bleibt das Programm stellenweise nah an dem, was man aus dem Netz kennt. Wer auf große inhaltliche Tiefe hofft, wird sie nicht durchgehend finden. Aber darum geht es auch nicht. „Comedy al dente“ will unterhalten – und das gelingt.
Fazit:
Ein kurzweiliger Abend mit viel Charme, Tempo und einem guten Gespür für Pointen. Joe Di Nardo beweist im Pantheon, dass er mehr ist als ein Internetphänomen – nämlich ein Live-Entertainer mit Potenzial.
Text: Dennis Kresse
Credits: Günter Ewen