Gringo Mayer – Simma widda gut?: Der Mayer aus Kurpfalz

Es gibt Fragen, die braucht man nicht groß zu erklären. „Simma widda gut?“ gehört eindeutig dazu. Ein Satz, der im Kurpfälzischen ungefähr so viel Drama entfaltet wie ein Schulterzucken – und gleichzeitig ziemlich viel über das menschliche Miteinander erzählt. Auf seinem vierten Album macht Gringo Mayer daraus ein musikalisches Programm. Zum Glück aber kein weltverbesserndes.

„Simma widda gut?“ klingt nach Gringo Mayer: eigenwillig, bodenständig, manchmal melancholisch, dann wieder mit diesem lakonischen Humor, der selbst größere Lebensfragen nicht unnötig aufbläst. Zwischen Indie, Rock, Pop und Mundart entsteht ein Sound, der nicht geschniegelt daherkommt. Die Songs haben Ecken und Kanten, dürfen nach Kneipe und Alltag riechen und trotzdem ziemlich genau wissen, wo sie hinwollen.

Dabei ist Mayer weit davon entfernt, seine Herkunft lediglich als folkloristische Dekoration zu benutzen. Die Kurpfalz steckt in Sprache, Haltung und Rhythmus, aber „Simma widda gut?“ bleibt offen genug, um auch jenseits des Rhein-Neckar-Raums verstanden zu werden. Denn die Themen sind universell: Nähe und Distanz, Streit und Versöhnung, Aufbruch, Zweifel und die kleinen Momente, in denen das Leben plötzlich wieder leichter wirkt.

Songs wie „Klapprad“ und „Irgendwie“ zeigen dabei ziemlich gut, worin Mayers Stärke liegt. Er braucht keine großen Gesten, um Geschichten zu erzählen. Ein paar präzise Beobachtungen, eine markante Sprache und dieses besondere Gefühl für Zwischentöne reichen völlig aus. Selbst die Ausflüge zu Arnim und Tocotronic wirken nicht wie Fremdkörper, sondern erweitern den musikalischen Kosmos.

„Simma widda gut?“ ist kein Album, das ständig Aufmerksamkeit einfordert. Es wächst eher nebenbei – und bleibt dann länger hängen, als man zunächst erwartet hätte. Vielleicht liegt genau darin seine Stärke.

Gringo Mayer hat seinen eigenen Platz gefunden. Irgendwo zwischen Kurpfalz, Indie-Kneipe und großer Bühne. Und dort fühlt sich dieser Mayer ziemlich gut an.

Simma widda gut? Tour 2027

10.02.27 – Köln – Luxor
11.02.27 – Osnabrück – Kleine Freiheit
12.02.27 – Hamburg – Molotow
13.02.27 – Berlin – Lido
17.02.27 – Frankfurt – Zoom
18.02.27 – Heidelberg – Karlstorbahnhof – AUSVERKAUFT
20.02.27 – Karlsruhe – Tollhaus – AUSVERKAUFT
21.02.27 – Karlsruhe – Tollhaus – Zusatzshow
24.02.27 – München – Ampere
25.02.27 – Stuttgart – Club Cann
26.02.27 – Kaiserslautern – Kammgarn – AUSVERKAUFT
27.02.27 – Kaiserslautern – Kammgarn – AUSVERKAUFT
28.02.27 – Kaiserslautern – Kammgarn Zusatzshow
13.03.27 – Mannheim – Alte Feuerwache – AUSVERKAUFT

Text: Dennis Kresse

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