Gerickrollt – und keiner wollte entkommen: Rick Astley und die Lightning Seeds feiern den perfekten Pop-Sommerabend**

Es gibt Konzerte, die beginnen mit einem Paukenschlag. Und es gibt Abende, die schon mit den ersten Akkorden ein kollektives Lächeln ins Gesicht zaubern. Rick Astley am Kölner Tanzbrunnen gehörte eindeutig zur zweiten Kategorie. Gemeinsam mit den **Lightning Seeds** verwandelte der britische Popstar den Open-Air-Spielort in eine einzige große Zeitreise – allerdings ohne dabei in bloßer Nostalgie stecken zu bleiben.

Den Auftakt machten die **Lightning Seeds**, die bewiesen, warum sie weit mehr sind als die Band hinter der Fußballhymne **„Three Lions“**. Mit ihrem melodischen Britpop und Klassikern wie **„Pure“** sorgten sie für einen entspannten Einstieg in den Abend. Sänger Ian Broudie präsentierte sich angenehm unprätentiös und legte den perfekten Klangteppich für das, was folgen sollte.

Dann betrat Rick Astley die Bühne – und spätestens nach wenigen Minuten war klar, dass der 60-Jährige nichts von seiner Bühnenpräsenz eingebüßt hat. Mit trockenem britischem Humor, einer erstaunlich kraftvollen Stimme und sichtbarer Spielfreude entwickelte sich schnell eine besondere Verbindung zum Publikum.

Natürlich ließ Astley seinen Fans keine Wünsche offen. **„Together Forever“**, **„Whenever You Need Somebody“** und weitere Hits sorgten für ausgelassene Stimmung. Der unvermeidliche Höhepunkt folgte mit **„Never Gonna Give You Up“**. Kaum erklangen die ersten Töne, wurde aus dem Publikum ein riesiger Chor – und für einen kurzen Moment schien ganz Köln freiwillig gerickrollt werden zu wollen.

Bemerkenswert war dabei, wie selbstverständlich Rick Astley zwischen seinen Welthits auch neuere Songs einbaute. Sie wirkten nicht wie Pflichtprogramm, sondern fügten sich organisch in das Set ein und zeigten, dass Astley längst mehr ist als eine nostalgische Popfigur der Achtziger.

Der Tanzbrunnen erwies sich einmal mehr als ideale Kulisse. Die untergehende Sonne über dem Rhein, eine bestens gelaunte Menge und zwei britische Acts, die genau wussten, wie man ein Sommerpublikum begeistert, machten den Abend zu einem rundum gelungenen Konzerterlebnis.

Am Ende blieb die Erkenntnis, dass manche Internet-Memes irgendwann verblassen. Gute Popsongs dagegen nicht. Rick Astley hat das am Dienstagabend eindrucksvoll bewiesen – und wer behauptet, er sei nur noch wegen eines Memes berühmt, hat vermutlich noch nie erlebt, wie Tausende Menschen seine Songs aus voller Kehle mitsingen.

Text: Dennis Kresse

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