Fritz Litzmann, Familiengeschichte und ganz viel Herz: Ein besonderer Abend im Pantheon Bonn!

Es gibt Abende, die fühlen sich weniger wie eine Veranstaltung an – und mehr wie ein sehr persönliches Wiedersehen. Genau so ein Abend war das „Film & Gespräch Spezial“ im Pantheon Theater in Bonn Beuel, bei dem der Dokumentarfilm „Fritz Litzmann, mein Vater und ich“ erneut am Originalschauplatz gezeigt wurde.

Eins wurde schon während des Films klar, hier geht es nicht nur um Kino oder Kabarettgeschichte, sondern um Familie, Brüche, Humor, Verletzlichkeit – und um einen Ort, der Kulturgeschichte geschrieben hat. Dass der Film nun genau dort lief, wo Rainer Pause seit Jahrzehnten als Fritz Litzmann auf der Bühne steht, verleiht dem Ganzen eine zusätzliche emotionale Ebene.

Der Film von Aljoscha Pause funktioniert dabei auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Einerseits ist er eine Reise durch die deutsche Kabarett- und Kulturlandschaft der vergangenen Jahrzehnte, andererseits ein schonungslos ehrlicher Blick auf die komplizierte Beziehung zwischen Vater und Sohn. Dabei gelingt ihm etwas Seltenes: Der Film wird nie sentimental, obwohl er tief berührt.

Besonders stark ist, wie offen über die Schattenseiten eines kompromisslosen Künstlerlebens gesprochen wird. Über Abwesenheit, Selbstverwirklichung, Erwartungen – und darüber, wie schwierig es manchmal ist, Familie und Bühne miteinander zu vereinen. Gerade diese Ehrlichkeit macht den Film so intensiv.

Nach der Vorführung wurde der Abend dann endgültig besonders: In der Gesprächsrunde trafen mit Bill Mockridge und seinem Sohn Nick Mockridge sowie Rainer und Aljoscha Pause gleich zwei Vater-Sohn-Duos aufeinander. Was zunächst wie eine klassische Talkrunde wirkte, entwickelte sich schnell zu einem ebenso witzigen wie erstaunlich offenen Austausch über Familie, Kreativität und Generationskonflikte.

Dabei wurde viel gelacht – natürlich. Das Pantheon wäre nicht das Pantheon ohne Humor. Aber zwischen den Pointen blitzten immer wieder leise, ehrliche Momente auf. Gerade Bill Mockridge führte mit seiner warmen und charmanten Art durch den Abend und schaffte es, dass sich selbst ernste Themen nie schwer anfühlten.

Beeindruckend war auch, wie stark dieser Abend zeigte, dass Kulturorte wie das Pantheon oder Mockridges Haus der Springmaus, weit mehr sind als reine Spielstätten. Sie sind Erinnerungsräume. Orte, an denen Biografien entstanden sind, an denen Kunst Leben geprägt hat – und manchmal eben auch Familiengeschichten.

Am Ende gab es langen Applaus. Nicht nur für einen großartigen Film, sondern für einen Abend, der seltene Qualitäten hatte: Nähe, Wahrhaftigkeit und das Gefühl, für ein paar Stunden Teil von etwas Echtem gewesen zu sein.

Oder anders gesagt: Das Pantheon zeigte an diesem Abend einmal mehr, warum es seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Kulturorten des Landes gehört.

Text: Dennis Kresse
Credits: Harald Kirsch (Pantheon)

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