Das Prinzip Hoffnung in Jazz!

Dominique Fils-Aimé – My World Is The Sun

Dominique Fils-Aimé macht keine Musik für den schnellen Effekt. Sie baut Räume. Und auf My World Is The Sun sind diese Räume heller, offener – fast schwerelos. Der zweite Teil ihrer neuen Trilogie wirkt wie eine bewusste Entscheidung gegen Zynismus. Stattdessen: Wärme, Bewegung, Zuversicht.

Schon die Single „Going Home“ zeigt, wohin die Reise geht. Textlich tastend, assoziativ, fast suchend – „going nowhere, going broke, going rogue“ – und doch bleibt am Ende dieses leise, trotzig-optimistische „still going strong“. Diese Haltung durchzieht das gesamte Album. Dominique verhandelt Freiheit nicht als großes Manifest, sondern als inneren Zustand. Offenheit, Echtheit, kreativer Kern – das sind hier keine Schlagworte, sondern gelebte Ästhetik.

Musikalisch bleibt sie ihrer Mischung aus Jazz, Soul und Blues treu, doch My World Is The Sun klingt luftiger als frühere Werke. Weniger erdig, weniger retrospektiv, stattdessen fließend, organisch, fast transzendent. Ihre warme, kontrollierte Stimme ist dabei Dreh- und Angelpunkt – nie aufdringlich, immer führend. Sie phrasiert mit einer Selbstverständlichkeit, die Tiefe nicht behauptet, sondern entstehen lässt.

Nach der ersten, stark historisch geprägten Trilogie und dem naturverbundenen Auftakt der neuen Reihe wirkt dieses Album wie eine Öffnung nach oben. Wachstum nicht mehr nur als Verwurzelung, sondern als Ausrichtung zum Licht.

My World Is The Sun ist kein lautes Statement, sondern ein stiller Entschluss: weitergehen, offenbleiben, strahlen – auch wenn der Weg unklar ist. Und genau darin liegt seine Kraft.

Text: Dennis Kresse

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