Rock’n’Roll kennt kein Verfallsdatum!

Es gibt Alben, die klingen geschniegelt. Und es gibt Outerstellar. Mit seinem 13. Soloalbum beweist Michael Monroe, dass echter Rock’n’Roll weder Altersgrenze noch Bedienungsanleitung braucht. Überraschend ist hier höchstens, wie selbstverständlich diese Platte alles niederwalzt: Attitüde, Swing, Schweiß, Glitzer – und diese unverkennbare Stimme, die immer noch klingt, als hätte sie die Nächte von New York persönlich erfunden.

Aufgenommen über mehrere Jahre im Chartmakers Studio bei Helsinki, ist Outerstellar kein schnell zusammengezimmertes Produkt, sondern ein organisch gewachsenes Werk. Songs wie „Pushin’ Me Back“ oder „Rocking Horse“ tragen diese sorglose Selbstsicherheit in sich, die Monroe so glaubwürdig macht: kein Kalkül, kein Trend-Hopping – nur pure Spielfreude. Dass er einst mit Hanoi Rocks den Glam-Punk prägte, hört man bis heute zwischen jeder Mundharmonika-Attacke und jedem dreckigen Refrain.

Mit „Black Cadillac“ verneigt sich Monroe vor Johnny Thunders und dem Mythos New York – eine Hommage mit Staub auf den Stiefeln und Benzin im Blut. „Disconnected“ wiederum ist eine Liebeserklärung an das Live-Erlebnis in Zeiten digitaler Dauerablenkung: Bühne statt Bildschirm, Schweiß statt Stream.

Das epische „One More Sunrise“ sprengt mit über sieben Minuten jede Formatregel – inspiriert vom Geist von Bruce Springsteen und dessen „Jungleland“-Pathos, aber ganz in Monroes eigener, ungezähmter Handschrift. Hier darf sich ein Song entfalten, wachsen, explodieren.

soundchecker.koeln-Fazit:

Outerstellar ist kein Nostalgietrip, sondern ein vitales Statement. Michael Monroe bleibt der zeitlose Frontmann, der Rock nicht spielt, sondern lebt. Positiv, aufrecht, kompromisslos – ein Album wie ein Tritt in die Tür der Gleichgültigkeit. Und live? Wird das Ganze ohnehin zur Explosion.

Text: Dennis Kresse

Erzählt von uns: Facebooktwitterby feather