Kabarett ohne Schonhaltung: Schönleber geht dahin, wo es weh tut!

Dagmar Schönleber – So jung brechen wir nicht mehr zusammen

Mit So jung brechen wir nicht mehr zusammen liefert Dagmar Schönleber keine Wohlfühl-Comedy, sondern ein kluges, scharf beobachtetes Programm über das Älterwerden, das Durchhalten und die leisen wie lauten Brüche des Lebens. Der Titel ist dabei weniger Resignation als Kampfansage: Ja, es knirscht – aber wir stehen trotzdem noch.

Schönleber verbindet persönlichen Alltag, gesellschaftliche Zumutungen und politische Untertöne zu einem Programm, das gleichzeitig unterhält und sticht. Sie erzählt vom Funktionieren-Müssen, vom permanenten Optimierungsdruck und von der Erkenntnis, dass Resilienz nicht bedeutet, alles wegzulächeln, sondern auch mal kontrolliert zusammenzuklappen – nur eben nicht mehr ganz so dramatisch wie früher.

Was das Buch besonders stark macht, ist Schönlebers Mischung aus Witz, Wut und Wärme. Ihre Pointen sind präzise, ihre Beobachtungen messerscharf, aber nie zynisch um ihrer selbst willen. Stattdessen entsteht ein Humor, der tröstet, ohne zu verharmlosen, und der angreift, ohne die Menschlichkeit zu verlieren.

So jung brechen wir nicht mehr zusammen ist damit mehr als Kabarett: Es ist ein solidarisches Schulterklopfen für alle, die müde sind, aber noch nicht aufgeben wollen. Klug, komisch, unbequem – und genau deshalb so treffend.

Text: Dennis Kresse

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