The Waffle House Index – Inferno, Baby!
Inferno, Baby! ist ein Album wie ein Wetterumschwung: plötzlich, laut und elektrisiert. The Waffle House Index aus Schleswig-Holstein verbinden Rock, Surfpunk, Wave und elektronische Versatzstücke zu einem dichten, hochenergetischen Sound, der weniger Nostalgiepflege als vielmehr kontrolliertes Chaos betreibt. Die Band beschreibt ihre Musik selbst als Großwetterlage – treffend, denn hier prallen Bewegung und innerer Druck permanent aufeinander.
Fuzzige Gitarren, treibende Drums und kantige 80s-Synthies erzeugen ein Klangbild, das nach vorne drängt, dabei aber nie völlig entgleist. Zwischen tanzbarer Direktheit und unterschwelliger Bedrohung bleibt stets eine spürbare Spannung. Songs wie „Promises“, „Roche Limit“, „Changing Tides“ oder „The Kids Are Grumpy“ funktionieren auf den ersten Blick eingängig, entziehen sich aber dem schnellen Konsum. Melodien locken, während die Texte Zweifel säen.
Inhaltlich verhandelt die Band Widersprüche, emotionale Grenzbereiche und gesellschaftliche Kontrollfantasien – oft mit ironischer Brechung, manchmal fast beiläufig, aber stets präzise beobachtet. Leichtigkeit wird angedeutet, aber nie vollständig eingelöst. Sicherheit erscheint als fragile Konstruktion, Versprechen bleiben brüchig.
So wirkt Inferno, Baby! wie ein nächtlicher Streifzug über einen neonbeleuchteten Ferienstrand: vertraute 80er-Referenzen blitzen auf, werden aber von zeitgenössischem Rock’n’Roll und nervöser Gegenwart eingeholt. Ein Album, das tanzen lässt – und dabei konsequent Unruhe stiftet.
Text: Dennis Kresse
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