Soulbound – SYN
Mit SYN legen Soulbound ein Album vor, das kompromisslos in die Dunkelheit zieht und dort erstaunlich souverän die Kontrolle behält. Die Band verbindet modernen Industrial Metal, Dark Rock und elektronische Härte zu einem dichten, maschinell präzisen Sound, der zugleich wuchtig und erstaunlich melodisch bleibt. SYN klingt kalt, aber nie leblos – eher wie ein kontrollierter Ausbruch aus Stahl, Strom und Emotion.
Die Produktion ist druckvoll und zeitgemäß: tiefergestimmte Gitarren, massive Synth-Layer und ein Schlagzeug, das zwischen clubtauglichem Drive und brachialer Härte pendelt. Darüber legt sich der Gesang variabel zwischen Aggression, Verzweiflung und hymnischer Klarheit. Soulbound verstehen es, Spannung aufzubauen, ohne sich in reiner Lautstärke zu verlieren – viele Songs leben von gezielten Breaks, elektronischen Details und eingängigen Refrains, die sich festsetzen.
Inhaltlich kreist SYN um innere Konflikte, Kontrollverlust, Abhängigkeiten und die dunklen Seiten menschlicher Verbindungen. Die Texte bleiben bewusst offen, lassen Raum für eigene Projektionen und vermeiden plakative Eindeutigkeit. Gerade diese Mischung aus persönlicher Intensität und abstrakter Bildsprache verleiht dem Album zusätzliche Tiefe.
SYN ist kein Album für nebenbei. Es fordert Aufmerksamkeit, Lautstärke und ein gewisses Maß an Hingabe. Wer sich darauf einlässt, bekommt ein modernes, konsequent durchgezogenes Dark-Metal-Statement, das sowohl auf der Bühne als auch im Club funktionieren dürfte – düster, druckvoll und erstaunlich geschlossen.
Text: Dennis Kresse
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