THE TWILIGHT SAD kündigen heute ihr lang erwartetes sechstes Album IT’S THE LONG GOODBYE an, das am 27. März über Rock Actions Records erscheint und hier vorbestellt werden kann. Nach der im Oktober letzten Jahres veröffentlichten Leadsingle „WAITING FOR THE PHONE CALL“ präsentiert die Band heute die nicht weniger epische neue Single „DESIGNED TO LOSE“.
Der zweite Song des Albums ist eine meditative, doch eindringliche Reflexion über die conditio humana, darüber, wie wir in so vielen unserer Unternehmungen zum Scheitern verurteilt zu sein scheinen – und wie wir mit Verlusten im Leben umgehen.
“It had to contain every element of emotion I was feeling“, sagt Sänger und Songwriter James Graham. Auf ihrem sechsten Album, dem ersten seit sieben Jahren, kehrt die schottische Post-Punk-Band THE TWILIGHT SAD zurück, um eine Geschichte von Verlust und persönlichen Krisen zu erzählen, die auf konkreten Erfahrungen basiert, aber mit einer universellen emotionalen Kraft grundiert ist. Unterlegt von den zärtlich-stürmischen Gitarren-Arrangements von Andy MacFarlane erzählt IT’S THE LONG GOODBYE von der Krankheit von Grahams Mutter und ihrem Tod, auch von seinen eigenen mentalen Struggles und handelt doch von etwas ganz Allgemeinem: der Verletzlichkeit des Menschen.
Dies resultiert in dem bisher – man muss es wohl so sagen – persönlichsten und zugleich zugänglichsten Album der Band, die mit ihren Porträts geplagter und oft gebrochener Menschen schon lang enge Bande zu ihrem Publikum geknüpft hat. Sagt Graham: “In the past I’ve used a lot of metaphors within my lyrics. With this, there’s not as much. The record is heavily influenced by my mental health, grief and loss, and the need to be strong in positions where you’re not feeling it. It’s a very human story, I think – this is just my version of it. I feel that everybody goes through something like this. Everybody loses somebody. Everybody questions life.”
Aber noch einmal von vorn. Im Jahr 2016 kehrten Graham und MacFarlane beglückt von einer Tournee mit The Cure zurück, die sie selbst kaum fassen konnten, und erfuhren, dass bei Grahams Mutter eine früh einsetzende frontotemporale Demenz diagnostiziert worden war. Während Graham in den folgenden Jahren mit dem brutalen Zwiespalt zwischen den Freuden seines Lebens – Ehe, Elternschaft – und dem grausamen Verfall seiner Mutter rang, entstanden etwa 80 Prozent des Materials, das auf IT’S THE LONG GOODBYE nun zu hören ist.
Im November 2023 musste eine weitere Tournee mit The Cure abgebrochen werden, da sich sein psychischer Gesundheitszustand verschlechterte. Im folgenden Januar starb schließlich seine Mutter.
Diese Kämpfe klingen gleich zu Beginn an, wenn MacFarlanes sirenenartige Gitarren den Album-Opener, die niederschmetternd emotionale Postrock-Hymne „GET AWAY FROM IT ALL“ einleiten. „DESIGNED TO LOSE“ übersetzt die Dynamik in eine, wir sagten es bereits eingangs, meditative, dabei nicht weniger eindringliche Reflexion über die conditio humana, darüber, wie wir in so vielen unserer Unternehmungen zum Scheitern verurteilt zu sein scheinen – und wie wir mit Verlusten im Leben umgehen. Eine Frage, die in „ATTEMPT A CRASH LANDING – THEME“ weiterentwickelt wird, das sich von stiller Selbstbeobachtung zu einem wogenden Gefühlsausbruch steigert.
Das bereits vorab ausgekoppelte „WAITING FOR THE PHONE CALL“ schließlich kündet auf einem Bett aus krachenden Akkordfolgen, pulsierenden Beats und klagenden Synthesizern von jener einen Nachricht, die man niemals erhalten möchte.
„THE CEILING UNDERGROUND“ ist ein nicht zu unterdrückendes Klagelied, das nach außen drängt. „DEAD FLOWERS“ steigert sich über martialische Rhythmen in tiefste Verzweiflung, „INHOSPITABLE/HOSPITAL“, mit seinen treibenden Rhythmen und kathartischen Gitarren, dokumentiert nicht weniger als den Verlust des Selbst. Gespiegelt noch einmal in den shoegazenden Flanger-Gitarren bei „CHEST WOUND TO THE CHEST“, die den todtraurigen Lyrics eine zusätzliche emotionale Tiefe verleihen. Ohnehin, bemerkenswert, wie über das gesamte Album hinweg die Texte und Gitarren wie in einem Wechselspiel zwischen inneren und äußeren Welten intuitiv ineinandergreifen.
„BACK TO FOURTEEN“ und „TV PEOPLE STILL THROWING TVS AT PEOPLE“ schließlich schwanken zwischen Resignation und Widerstand gegenüber den eigenen Gefühlen und der Einsicht in die Unausweichlichkeit des Verlusts.“Is it OK to feel this way?”, fragt Graham und vermeidet eine einfache Antwort auf diese allzu menschliche Frage.
IT’S THE LONG GOODBYE entstand über einen Zeitraum von sieben Jahren. MacFarlane sammelte noch zu Zeiten des Lockdowns musikalische Ideen und tauschte sich darüber ständig mit Graham über Texte und Sounds aus. Robert Smith von The Cure, über die Jahre zu einem engen Freund der Band geworden, leistete unschätzbare Hilfe und ist auch als Gastmusiker auf dem Album zu hören. Bei „WAITING FOR THE PHONE CALL“ spielte er zusätzliche Gitarrenparts, zu „DEAD FLOWERS“ steuerte er Gitarren und ron Keys” bei und einen sechssaitigen Bass bei „BACK TO FOURTEEN”.
“Then we had to piece together a band”, erinnert sich MacFarlane, denn THE TWILIGHT SAD waren über die Jahre aufgrund anderweitiger Verpflichtungen ihrer vormaligen Mitglieder auf ihn und Graham zusammengeschrumpft. Ins Lineup kooptiert wurden David Jeans, gelegentliches Mitglied von Arab Strap, und Alex Mackay aus der Mogwai-Livebesetzung, die nun an Schlagzeug bzw. Bass zu hören sind.
Produziert wurde das Album schließlich (mit zusätzlicher Unterstützung von Andy Savours (My Bloody Valentine)) von MacFarlane in den Willesden’s Battery Studios – einem Ort, der reich an verehrter The Cure-Geschichte ist. Den Mix besorgte Chris Coady (Slowdive).
Die Aufnahmen selbst gingen laut MacFarlane schnell vonstatten: “Within just a two-week period, because we knew what we were after.” Was mehr als alles andere womöglich von der Verbundenheit zwischen ihm und Graham zeugt. “I just trust him so much,” ergänzt dieser: “The process of physically making the record was a pretty joyous one, to be honest. We pushed ourselves. And seeing one of my friends at the top of his game – I really enjoyed watching Andy flourish.“
Das nun vorliegenden Album ist ein nächster Höhepunkt in der Laufbahn von THE TWILIGHT SAD, die sich stets durch Integrität und Kunstfertigkeit auszeichnet. Die ehemaligen Schulfreunde aus dem schottischen Kilsyth feierten 2007 mit „Fourteen Autumns & Fifteen Winters“ ein fulminantes Debüt, ein Wunderwerk aus flirrenden Gitarren, donnernden Drums und Grahams unverkennbarem Gesang, vorgetragen in seinem starken schottischen Dialekt. Ihr Sound entwickelte sich auf „Forget the Night Ahead“ (2009) und „No One Can Ever Know“ (2012) auf wunderschöne Weise weiter, dunkle Synth-Texturen und Post-Punk-Einflüsse vertieften die ohnehin bereits düstere Kraft der Band. Mit „Nobody Wants to Be Here and Nobody Wants to Leave“ (2014) verbanden sie ihre hypnotischen Fähigkeiten mit raffinierten Melodien. „IT WON‘T BE LIKE THIS ALL THE TIME“ (2019) präzisierte ihr leidenschaftliches Songwriting-Handwerk einmal mehr, während nicht zuletzt ihre Konzerte mit The Cure ihr Talent für Lärm und Emotionen einem immer größeren Publikum näherbrachte.
All diese Eigenschaften kommen auf womöglich konzentrierteste Weise auf IT’S THE LONG GOODBYE zum Ausdruck, einem Album, das die Möglichkeiten von THE TWILIGHT SAD unterstreicht, gelebte Erfahrungen in Musik zu verwandeln, die man mit allen Sinnen spürt.
“To know that I’m saying things that connect with other people, that’s such a powerful thing,” sagt Graham. “I want to be a relatable person that talks about things that can happen and give an opportunity for people to go, well, you’re not alone. I want people to be able to listen to this record and hear that it comes from a place of raw emotion. The album is an opportunity to share my experience and move forward with my life. It’s giving me something no one else could, and will continue to no matter what people think of it and what is seen to be a success in other people’s eyes. In my eyes it’s a success because it exists and is living proof of a very human experience.”
The Twilight Sad werden im April und Mai in Großbritannien und Europa auf Tournee sein und in unseren Breiten in Zürich, München, Berlin, Hamburg und Köln spielen. Die Band hat kürzlich auch eine zweite Show im Glasgow Barrowland für Anfang Mai angekündigt. Darauf folgen im Juni und Juli einige Auftritte als Special Guests von The Cure – nicht zuletzt dreimal in der Wuhlheide in Berlin.
The Twilight Sad – Headline Shows:
12.04. IT-Mailand, Legend Club
14.04. CH-Zürich, Bogen F
15.04. München, Ampere
16.04. Berlin, Gretchen, Gretchen
18.04. DK-Kopenhagen, Loppen
19.04. NO-Oslo, Parkteateret
20.04. SE-Stockholm, Slaktkyrkan
22.04. Hamburg, Grünspan
23.04. NL-Utrecht, Tivolivredenburg Pandora Hall
25.04. Köln, Gebäude 9
26.04. BE-Brüssel, Rotonde – Botanique
27.04. FR–Paris, Le Trabendo
29.04. UK-Bristol, Electric Bristol
30.04. UK-London, Roundhouse
02.05. UK-Manchester, New Century Hall
03.05. UK-Newcastle upon Tyne, Boiler Shop
05.05. UK-Glasgow, Barrowlands
06.05. UK-Glasgow, Barrowlands
09.05. IE-Dublin, Button Factory
24.07. UK-Deer Shed Festival
Auf Tour mit The Cure:
14.06. IT-Florenz, Visarno Arena
24.06. UK-Cardiff, Blackweir Fields
26.06. IE-Dublin, Marley Park
28.06. NI-Belfast, Belsonic
08.07. SK-Pohoda festival
10.07. Berlin, Wuhlheide
11.07. Berlin, Wuhlheide
12.07. Berlin, Wuhlheide
Text: Pressemitteilung
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