Soft Riot Pop aus Köln/Düsseldorf – Für kaputte Herzen und kaputte Verstärker

Mit „X Me Out“ veröffentlichen kamikaze eine energiegeladene Abrechnung mit erlebten Grenzüberschreitungen. Als vierte Single ihres für dieses Jahr angekündigten Debütalbums „The End“ steht der Song für Klarheit, Entschiedenheit und Selbstschutz. Verzerrte Gitarren, düstere Synthesizer-Klänge und ein nervös drängender Pop-Unterbau, der keine Ruhe zulässt: Riot Grrrl trifft auf Sabrina the Teenage Witch.

kamikaze sind der aufgeladene Antagonismus aus Wut und Enthusiasmus. Seit 2017 sprengt das Duo aus Köln und Düsseldorf die Grenzen zwischen Pop-Appeal und Punk-Attitüde: Verträumte Melancholie trifft auf rebellische Euphorie. Ihren Sound beschreiben sie als „Soft Riot Pop“, eine Mischung aus bittersüßen Melodien, klarer Haltung und gelebter DIY-Kultur. Die Songtexte sind nah-
bar, subversiv, voller Herz und Widerstand zugleich.

Jessi (Gesang & Gitarre) und Flo (Gitarre) sind kein kurzlebiger Hype – eher eine entschlossene Gegenbewegung zur Pose. Ohne musikalische Vorbildung und aus einem reaktionären Kleinstadtumfeld kommend, gründeten sie kamikaze als Ausbruch und Selbstermächtigung. Instrumente wurden autodidaktisch gelernt, Konzerte und Releases selbst organisiert – ohne Label, ohne Management. Der DIY-Ansatz zieht sich durch alles: von der Aufnahme mit einem 4-Spur-Rekorder über selbst produzierte Musikvideos bis hin zu physischen Veröffentlichungen auf Kassette.

Für „X Me Out“ lassen kamikaze ihre melancholische und nachdenkliche Seite in den Hintergrund treten. Laut und unmissverständlich begegnen sie Ausgrenzung mit einer bewussten Verweigerung des Dazugehörens.

Der Song schwankt dabei zwischen destruktiven Rachegedanken und konstruktivem Loslassen. Schließlich bildet der mantraartige Refrain einen trotzigen Cut: raus aus der toxischen Situation, rein in die Selbstbehauptung. Ausgelöst durch eigene Erfahrungen und die nach wie vor grassierende Misogynie wurden Musik, Zines und Sitcoms der 1990er zur Zuflucht – und dann zur Inspirationsquelle für „X MeOut“. Entstanden ist ein Song, der wie ein Kreuz über einer alten Geschichte klingt. Und wie könnte ein neues Jahr besser beginnen?

Zwei ausverkaufte EPs, eine Live-Session bei Orange ‚Ear und Support-Shows für The Exbats (2023) und Death Valley Girls (2024) markieren wichtige Stationen des bisherigen Weges. Dabei begleitet sie konsequent der „Killer-Ventilator aus der Hölle“ – ein wiederkehrendes Motiv in ihren Live-Shows und Camcorder-Videos.

Text: Pressemitteilung

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