Gregory Hutchinson auf den Spuren von Miles Davis!

„Zeit ist nicht das Wichtigste, sie ist das Einzige“, meinte Miles Davis. Egal ob man dieses Zitat musikalisch oder philosophisch versteht, ist es die perfekte Maxime für „Kind of Now – The Pulse of Miles Davis“. Diese so innovative wie neue All-Star-Hommage an Miles und seine Musik entstand unter der Leitung von Gregory Hutchinson, „dem Schlagzeuger seiner Generation“ laut Jazz Magazine. Jetzt erscheint das Album pünktlich zum 100. Geburtstag einer der innovativsten, einflussreichsten, ikonischen Persönlichkeiten der Musikgeschichte. Die zehn modernen Interpretationen klassischer Milesiana reichen von den Bebop-Ursprüngen des Trompeters in den 1950er Jahren bis hin zu der elektrisierenden Offenheit,die er 1970 mit „Bitches Brew“ prägte. Die drei „Hutch“-Originale sind ebenso in den Ursprüngen all dessen verwurzelt, was wir heute Jazz nennen, wie sie ein neues Kapitel aufschlagen.

„Bei diesem Projekt geht es nicht darum, Miles wieder neu zu erschaffen“, sagt Gregory Hutchinson. „Es geht darum, die von ihm begonnene Diskussion fortzusetzen.“ Gregory Hutchinson, geboren am 16. Juni 1970 in Brooklyn, New York, nur wenige Monate nach der Veröffentlichung von „Bitches Brew“, weiß, wovon er spricht, schon weil er in den 35 Jahren seiner Karriere mit einigen der bekanntesten Jazzgrößen gespielt hat. Bei der Produktion von „Kind of Now – The Pulse of Miles Davis“ nimmt dieser unverwechselbare Schlagzeuger, stets präzise und überraschend und mit einem ganz eigenen, kraftvollen Sound, auch Bezug auf Miles‘ Schlagzeuger – von Kenny Clarke über Philly Joe Jones und Jimmy Cobb bis hin zu Jack DeJohnette, Billy Hart und Al Foster. „Wenn ich an Miles Davis und die Schlagzeuger seiner Bands denke“, sagt er, „denke ich vor allem an die Entwicklung der Musik selbst. Jeder dieser Musiker repräsentierte ein anderes Kapitel in Miles‘ Geschichteveränderte die Art und Weise, wie wir alle diese Musik hören und spielen.“

Der Bassist und neunfache Grammy-Gewinner Christian McBride schreibt in den Liner Notes zum Album: „Es gibt unzählige Miles-Tribute-Alben, aber diese hier fühlt sich anders an. (…) Unter Hutchs Leitung swingt die Musik kräftig, wenn es nötig ist, und atmet mit moderner Flexibilität, wenn der Moment es erfordert.“ Die enorme Qualität und Dichte von „Kind of Now – The Pulse of Miles Davis“ profitiert von den beteiligten Musikern, einer Gruppe junger Legenden und „Lions“, vom Bandleader sorgfältig ausgewählt, genau wie Miles es früher tat. Ambrose Akinmusire ist eine der originellsten neuen Trompetenstimmen dieses Jahrhunderts, ein preisgekrönter Musiker und Komponist und acht Jahre in Folge Gewinner des Downbeat Critic’s Choice auf seinem Instrument – er wird Miles gerecht, indem er seinen eigenen, einzigartigen Sound und seine Sensibilität einbringt. Emmanuel Michael, Mitglied mehrerer von Akinmusires Bands, ist ein außergewöhnlicher junger Gitarrist aus South Dakota, der laut Greg Hutchinson „die neue Generation repräsentiert, nach der Miles immer gesucht hat – die nächste Stimme“.

Am selben Instrument, aber mit einem anderen charakteristischen Sound, bringt der dänische ECM-Künstler Jakob Bro laut dem Bandleader „Farbe und Atmosphäre“ mit. „Die Art, wie er (Jakob) den Raum nutzt, erinnert mich an ‚In a Silent Way‘ – schön, geduldig, offen.“ Der Saxophonist Ron Blake stammt von den Virgin Islands und ist schon seit langem ein wichtiger Teil der New Yorker Szene. Seine Beziehung zu Gregory Hutchinson reicht bis in ihre gemeinsame Zeit in den Gruppen des Trompeters Roy Hargroves zurück, wie etwa das Album „With The Tenors of our Time“ von 1994 zeigt, auf dem Ron Blake neben Titanen wie Johnny Griffin, Joe Henderson, Stanley Turrentine, Branford Marsalis und Joshua Redman zu hören ist. Gerald Clayton, in dessen Trio Gregory Hutchinson und Bassist Joe Sanders spielen, ist ein Grammy nominierter Pianist, der für seinen innovativen Ansatz bekannt ist, in dem er Tradition mit modernem Ausdruck verbindet, was ihm von der New York Times Lob für seine „enorme, autoritäre Präsenz“ einbrachte. Der Bassist Joe Sanders „erdet alles mit diesem großen, grundsoliden Sound“, wie Hutch sagt, denn „er spielt mit dieser Art von Zeit, die atmet – wie Ron Carter – aber mit seiner eigenen Sprache.“ Als Einheit, tief in ihrem Zusammenspiel und offen in der Art, wie sie einander zuhören, erforschen diese sechs Musiker ihr Material stets auf eine Weise, die uns ermutigt, immer neu zuzuhören.

Gregory Hutchinsons „Kind of Now – The Pulse of Miles Davis“ ist ein faszinierendes und äußerst lohnendes Album, das einigen unsterblichen Klassikern aus Miles Davis’ Repertoire neues Leben einhaucht, wie etwa Charlie Parkers „Ah-Leu-Cha“ oder Miles’ eigenem „Seven Steps To Heaven“, wobei stets das Offensichtliche außer Acht gelassen und stattdessen die „deep cuts“ hervorgehoben werden. Die Schlagzeug-Interludes des Bandleaders verweben dieses über einstündige Programm eng und verleihen ihm eine futuristische Neuheit, ganz in Hutchs Sinn von Zeit. Kind of Now.

.Text: Pressemitteilung

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