In diesem Jahr feierte der finnische Musiker und Komponist Jimi Tenor seinen 60. Geburtstag. Er hätte sich keinen besseren Ort dafür vorstellen können als die Bühne, und so kam Tenor im März mit seiner Band nach Hamburg, nicht nur, um sein persönliches Jubiläum zu feiern, sondern auch, um neue Musik aufzunehmen. Teils mit dem Hamburger Produzenten Tobias Levin in seinem Electric Avenue Studio, teils im Kiikala Center of the Universe Studio Complex von Lauri Kallio wurde im Frühjahr 2025 „Selenites, Selenites!“ aufgenommen – das erste Album der Jimi Tenor Band.
Tenor kann nun auf zahlreiche Kooperationen zurückblicken, unter anderem mit Tony Allen, dem UMO Helsinki Jazz Orchestra,Tenor kann mittlerweile auf zahlreiche Kooperationen zurückblicken, darunter mit Tony Allen, dem UMO Helsinki Jazz Orchestra, Kabukabu und Freestyle Man. Nachdem er in den 1990er Jahren mit seiner eigenwilligen Fusion aus Lounge-Jazz und Acid Techno auf Sähko und Warp Records für Aufsehen gesorgt hatte, wandte er sich in den folgenden Jahren zunehmend der afrikanischen Musik zu. Doch für den Multi-Instrumentalisten gibt es keine Genregrenzen – er kombiniert mühelos eine Vielzahl von Stilen, von Electronica und Afrobeat bis hin zu Spiritual Jazz, mit seiner unverwechselbaren musikalischen Handschrift zu einem einzigartigen Musikerlebnis.
Während der Pandemiejahre beschloss Tenor, in seiner finnischen Heimatstadt Helsinki nach Mitmusikern zu suchen, um eine neue Band zu gründen.
Die Band, bestehend aus Eeti Nieminen, Heikki Tuhkanen, Ekow Alabi Savage, Lauri Kallio und Jimi Tenor, hat bereits zahlreiche Club- und Festivalauftritte absolviert, aber noch kein Album veröffentlicht.Die Aufnahmen für das Debütalbum der Band begannen in Lauri Kallios Studio in Kiikala, Finnland – einem verlassenen Haus mitten im Nirgendwo, das zu einem Aufnahmestudio umgebaut wurde, das passenderweise den Namen Kiikala Center of the Universe Studio Complex trägt. Während die Band aufnahm, kochten Lauris Eltern für sie mit Zutaten aus dem finnischen Wald
: Pfifferlinge und Elchfleisch. Nach zwei ersten Sessions wurden die Aufnahmen an das Bureau B in Hamburg geschickt, das die Band einlud, Tobias Levin in seinem Electric Avenue Studio für eine weitere mehrtägige Session zu besuchen.
Da die Band die meisten Songs bereits durch Live-Auftritte ausprobiert und verinnerlicht hatte, verliefen die Aufnahmen reibungslos und erforderten oft nur einen einzigen Take. So entstanden schnell die acht Songs, aus denen nun „Selenites, Selenites!” besteht. Wie so oft in der Welt von Jimi Tenor geht es um Raum, Dimensionen und – natürlich – Liebe, vermittelt auf diese energiegeladene und fesselnde Weise, die es unmöglich macht, dieser Musik zu widerstehen.
Auf dem Track „Shine All Night” ist auch Tenors zweite Zusammenarbeit mit Florence Adooni, der Königin des ghanaischen Frafra-Gospels, zu hören.„Selenites, Selenites!“ ist ein beeindruckendes Debüt, das eine Gruppe virtuoser Musiker präsentiert, die absolute Freude am Spielen und Erkunden neuer klanglicher Verbindungen.
„Selenites, Selenites!“ ist ein beeindruckendes Debüt, das eine Gruppe virtuoser Musiker in absoluter Spielfreude und
der Erforschung neuer klanglicher Verbindungen präsentiert. Dies ist nicht irgendein Afro-Jazz-Album, sondern eine außergewöhnliche Reise
in einen rohen und unverfälschten Sound, als stünde man beim Hören der Platte direkt vor der Bühne .
Daniel Jahn, August 2025
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