Krawall und Remidemmi mit Akustikgitarre: Simon & Jan eröffnen die Tour im Pantheon Bonn

Mit dem Tourauftakt im Pantheon Bonn bewiesen Simon & Jan, dass Rückblicke keineswegs nostalgisch oder bequem sein müssen. Stattdessen verwandelte das Liedermacherduo den Abend in eine pointierte, kluge und sehr lebendige Standortbestimmung nach über 17 gemeinsamen Bühnenjahren. Unter dem Titel „Das Beste“ führten Simon & Jan ihr Publikum durch ihr vielseitiges Repertoire und zeigten dabei eindrucksvoll, wie wandelbar und zeitgemäß ihr Schaffen geblieben ist.

Musikalisch spannte sich der Bogen von frühen, reduzierten Stücken mit zwei Gitarren und zweistimmigem Gesang bis hin zu komplexeren Arrangements mit Loopstation und überraschenden Dynamikwechseln. Diese Vielseitigkeit verlieh dem Konzert einen natürlichen Fluss, der nie den Eindruck eines bloßen „Best-of“-Programms hinterließ. Immer wieder wurden die Songs durch humorvolle, selbstironische Moderationen gebrochen, die den engen Draht zwischen Bühne und Saal spürbar machten und das Publikum mit Mitsingteilen wie in Du bist oder dem Deichkind Cover Krawall und Remmidemmi, das schon längst ein fester Bestandteil eines jeden Simon & Jans Konzert ist, mit ins Boot holten.

Inhaltlich bewegte sich der Abend zwischen feiner Alltagsbeobachtung, politischer Haltung und leiser Melancholie. Simon & Jan gelang es dabei, ernste Themen mit Leichtigkeit zu transportieren, ohne ihnen ihre Schärfe zu nehmen. Gerade dieser Wechsel aus Tiefgang und Humor machte den Reiz des Abends aus und sorgte für zahlreiche Lacher ebenso wie für nachdenkliche Momente.

Der Tourauftakt im Pantheon war damit weit mehr als ein Rückblick: Er zeigte ein Duo auf der Höhe seines Könnens, das seine eigene Geschichte reflektiert und zugleich mit wachem Blick nach vorne schaut. Ein starker Start in eine Tour, die noch viele solcher Abende verspricht.

Text: Dennis Kresse

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