Die walisische Garage‑Punk‑Sensation THE BUG CLUB veröffentlicht am 29.05.2026 ihr neues Album „Every Single Muscle“ über Sub Pop. Der 18‑Tracks starke Longplayer vereint erneut das unverwechselbare Duo Sam Willmett und Tilly Harris mit einer geballten Ladung bissigem Humor, messerscharfem Songwriting und einer Energie, die sofort zündet.
Mit der ersten Single „Watching The Omnibus“ und weiteren Songs wie „A Good Day For Dying“, „Make It Count“ und „My Uncle Warren Drives A Passat“ liefert die Band ihr bisher punkigstes und pointiertestes Werk ab. Produziert von Tom Rees in den Rat Trap Studios in Cardiff und gemastert von Mikey Young, setzt „Every Single Muscle“ auf kurze, präzise Songs voller Riffs, Melodien und schräger Beobachtungen über die menschliche Existenz.
THE BUG CLUB sind mit einem neuen Album zurück. Ganze elf Monate ist es her, seit dem letzten. Wo waren sie?
„Every Single Muscle“, das fünfte Album der Band, erscheint am 29. Mai 2026 via Sub Pop und markiert damit einen Hattrick für das walisische Duo und seine angesehenen Förderer aus Seattle. Seit „Very Human Features“, das im Juni 2025 erschien, war die ununterbrochene Tour dafür verantwortlich, dass die BBC‑6‑Music‑ und KEXP‑Favoriten häufiger über den Atlantik pendelten als früher über die Severn Bridge. Verschiedene Festivals im Sommer hielten sie vom Urlaub ab – obwohl, wer braucht schon Urlaub, wenn man in Wales lebt? – bevor es wieder Zeit wurde, ins Schreibzimmer zurückzukehren.
Das beantwortet auch die erste Frage. Nicht, dass man es ihnen sonst angemerkt hätte. Wie immer bescheiden behaupten die Songwriter Sam (Gitarre, Gesang) und Tilly (Bass, Gesang) im Track „It’s Our Manager David“, sie hätten „absolut nichts getan”. Eine glatte Lüge. „Every Single Muscle“ startet mit Vollgas und einem stampfenden Groove mit „Miss Wales 2012“, das auf einen Wettbewerb anspielt, den sowohl Tilly als auch Sam tatsächlich gewonnen haben. Ernsthaft. Es ist der erste von vielen unter‑zwei‑Minuten‑Songs, die den Ton für das bisher punkigste Album von THE BUG CLUB setzen und sowohl an die kurzen, scharfen Ausbrüche ihrer ersten Singles als auch an den wuchtigen Sound ihrer jüngsten Veröffentlichungen erinnern. Das Album ist so vollgestopft mit Riffs und Lyrics, dass Sam im zweiten Track „A Good Day For Dying“ sogar um Erlaubnis bittet, ein Gitarrensolo einzubauen. Er bekommt zwei Sekunden.
Nicht, dass wir zu kurz kommen – später fragt Sam erneut und darf dann länger. Über achtzehn Songs hinweg gibt es genug klassisches Sam/Tilly‑Gitarreninterplay, um sogar den leidenschaftlichsten BUG‑CLUB‑Fan zufriedenzustellen – und um die eigene Behauptung der Band zu widerlegen, sie seien nur „gerade so technisch kompetent auf unseren Instrumenten.” Dieses Album ist effiziente Maximalismus‑Kunst – das musikalische Äquivalent dazu, wie dein Vater das Auto für den Familienurlaub einpackt: Bring, was du willst; der Platz ist knapp, aber irgendwie findet sich ein Weg.
Und nun zu den Texten:
Denn bei dieser Band sind sie wichtig. Während „Very Human Features“ Alltagsdinge hervorhob und ihre Absurdität betonte, schauen THE BUG CLUB auf „Every Single Muscle“ genauer auf sich selbst. Allerdings nicht introspektiv. Eher so, wie ein außerirdisches Wesen eine gefangene Lebensform auf einem Untersuchungstisch analysieren würde. Horrorfilme haben ihr „Body”-Subgenre – jetzt gibt es das auch für Garage‑Rock‑Alben. Selbstinteresse bekommt hier eine völlig neue Bedeutung: Der menschliche Körper und seine Zustände werden aus jedem denkbaren Blickwinkel untersucht.
Der Titeltrack „Every Single Muscle“ listet Organe auf, als gehörten sie auf eine Einkaufsliste, und sowohl „Make It Count“ als auch „Pretty As A Magazine“ beklagen, dass Menschen nicht wissen, was sie mit ihren Körpern anfangen sollen. Insgesamt entsteht ein Gefühl surrealer Distanz zum eigenen Selbst – das perfekte Fundament für den bleiern‑belustigten Humor der Band. Im letzten Song stellt Sam fest, er sei „gelangweilt davon, ein Mensch zu sein.” THE BUG CLUB wirken fast misstrauisch gegenüber dem Konzept, eine Person zu sein – als seien sie in einem Kostüm aufgewacht, das sie nie tragen wollten und nicht ausziehen können.
Ursprünglich bestehend aus dem Songwriting‑Kern von Sam Willmett (Gesang/Gitarre) und Tilly Harris (Gesang/Bass) sowie Dan Matthew (Schlagzeug), begannen THE BUG CLUB 2016 ihren Weg. Das britische Label Bingo Records nahm sie im Herbst 2020 unter Vertrag; die erste Single „We Don’t Need Room for Lovin“ erschien im Februar 2021, gefolgt von der EP „Launching Moondream One“. Schnell etablierten sich THE BUG CLUB als die augenzwinkernde, live‑orientierte Antwort auf den pandemiebedingten Trott des Vorjahres. BBC‑6‑Music‑Moderator Marc Riley wurde früh zum Fürsprecher.
Auf einer USA‑Reise erregten sie die Aufmerksamkeit von Sub Pop – gerade rechtzeitig, um ihnen ein kräftiges Garage‑Punk‑Werk namens „On The Inner Workings Of The System“ zu bescheren, das ihnen eine entsprechend verstärkte US‑Gefolgschaft einbrachte. Die Partnerschaft blühte auf, und mit Sub Pop fest im BUG CLUB‑Kosmos machten sie sich an „Very Human Features“. Ist drei die magische Zahl? Wahrscheinlich nicht. Aber „Every Single Muscle“ – Nummer drei für THE BUG CLUB auf Sub Pop – kommt nah genug heran, um sogar den durchschnittlich seltsamen Menschen davon zu überzeugen, dass es so sein könnte.
„Every Single Muscle“ ist ab sofort auf CD/LP/allen DSPs bei Sub Pop vorbestellbar. LP‑Vorbestellungen über Mega Mart Europe und eure lokalen Plattenläden erhalten die limitierte Loser Edition auf blauem Vinyl – solange der Vorrat reicht. „Every Single Muscle“ enthält außerdem das vermutlich verrückteste Coverartwork der Band bisher, illustriert von Ross Willmett.
Text: Pressemitteilung
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