Seraphina Kalze – 08.04.2026 – Senftöpfchen Theater

Schon beim Betreten des Senftöpfchen fällt auf, dass das Publikum extrem gemischt ist und nicht nur Internetjunkies im Raum sind. Altersmäßig gemischt und Geschlechter gleich stark vertreten. Offenbar ein bunt gemischter Haufen, der offensichtlich weiß, worauf er sich einlässt. Als Seraphina Kalze schließlich die Bühne betritt, dauert es keine zwei Minuten, bis der erste Lachflash durch den Raum geht. Kalze spielt bewusst mit ihrem Image als „Königin der Flachwitze“ – und genau das macht den Reiz aus. Ihre Gags sind schnell, manchmal herrlich absurd und oft so schlecht, dass sie schon wieder genial sind. Doch die Show bleibt nicht beim reinen Witzefeuerwerk stehen: Immer wieder streut sie persönliche Geschichten und auch ernstere Aspekte ein, etwa über Familie, Alltag oder die kleinen Katastrophen des Lebens. Gerade diese Mischung sorgt dafür, dass der Abend mehr ist als nur Comedy.

Ein echtes Highlight ist das interaktive Element: Das Publikum wird immer wieder einbezogen – ob beim spontanen Witze-Battle oder beim gemeinsamen „Lach-Yoga“, das sich schnell vom ironischen Gag zum kollektiven Stimmungsbooster entwickelt. Musikalisch wird die Show von Live-Begleitung getragen, was dem Abend zusätzliche Dynamik verleiht. Songs werden unter dem Namen „Trio Durstig“ zum Besten gebracht und nennen sich Gin Chilla,Titti Nix Verrucci (Fake-Italienisch für BH) sowie Tatütatatututattoo (Krankenwagen mit Ballettrock-Tattoo).

Im zweiten Teil wird aber auch mit Hilfe eines Zeitstrahls verschiedene Epochen der Witze-Erzählung beleuchtet, wie Ostfriesenwitze, Blondinenwitze, Ossiwitze und ein paar Kostproben zum Besten gegeben. Auch eigens über QR-Code eingereichte Witze finden in der Show ihren Platz.

Inhaltlich zieht sich ein klarer roter Faden durch den Abend: das Motto „Jetzt fetzt!“ steht für Lebensfreude, Spontaneität und die Idee, Dinge nicht aufzuschieben. Kalze schafft es, dieses Motto nicht nur zu predigen, sondern tatsächlich spürbar zu machen – mal laut und albern, mal überraschend ehrlich. Am Ende bleibt vor allem eines hängen: Diese Show will nicht perfekt sein – sie will Spaß machen. Und genau das tut sie. Wer sich darauf einlässt, bekommt keinen durchinszenierten Comedy-Abend, sondern ein lebendiges, manchmal chaotisches, aber durchweg unterhaltsames Erlebnis, dass Kalze und Publikum mit einer kleinen Pause rund drei Stunden unterhalten. Und das mitnichten eintönig. Respekt dafür, so einen Abend auf die Beine zu stellen.

Text: Jan Rombout

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