Queens of the Stone Ages mit neuem Album!

Nach diversen internationalen Nummer-1-Platten veröffentlicht die vielfach Grammy-nominierte US-Band Queens of the Stone Age ihr neuntes Studioalbum. Es erscheint am 30. Oktober. „Perfecth“ kreist um Formen der Liebe, um Verlust und Nähe. Josh Homme und seine Bandkollegen verbinden dabei düstere mit versöhnlichen Momenten zu neun Songs, die weniger nach Perfektion suchen als nach dem, was ensteht, wenn Scherben neu zusammengesetzt werden…

Queens of the Stone Age haben über die Jahre nichts von ihrer Strahlkraft verloren. Es mag an ihrem Sound liegen, nicht weniger aber sicher an ihrer Haltung: Sie sind provokativ im besten Sinne des Wortes, loten mit ihrer so bissigen wie einnehmenden Musik das Dunkle, das Surreale, Sexuelle und Absurde aus. So auch auf ihrem neunten Album „Perfecth“, das am 30. Oktober bei Matador Records erscheint. Homme, Troy Van Leeuwen, Michael Shuman, Dean Fertita und Jon Theodore haben sich als Kollektiv weiterentwickelt und eine gemeinsame Klarheit erreicht, die lang und hart erarbeitet werden musste. Die neun Songs erzählen von unterschiedlichen Formen der Liebe: von Familie, von Freunden und Menschen, die wichtig sind – und von solchen, die es vielleicht nicht mehr sind. Von Liebe, die einen beinahe zerstört, und solcher, die einen wieder zusammensetzt.

Kintsugi ist die japanische Kunst, zerbrochene Keramik mit Gold zu reparieren. Sie beruht auf der Vorstellung, dass etwas durch Reparatur nicht weniger attraktiv, sondern sogar schöner wird. In diesem Geist ist „Perfecth“ entstanden. Hier haben Queens of the Stone Age die über die Jahre ihrer Karriere verstreuten Bruchstücke zu einem Ganzen zusammengefügt. Die Musik ist entschlossen und grenzenlos, düster, bedrohlich, sanft und sonderbar zugleich. Ein restaurierter Gegenstand erzählt die ganze Geschichte: von Abnutzung und Rissen, von Traumata und von Erfahrung. „Jeder Song klingt, als käme er aus einer ganz eigenen Sphäre“, sagt Homme. „Und das war die Absicht. Weil das Album all diese Gefühle miteinander verbinden will, die sich um Liebe, Verlangen, Dummheiten und jene Art von Weisheit drehen, die irgendwann aus all dem wie ein Geschenk entsteht.“

„Perfecth“ entstand über eine Reihe von Studios, Städten und Phasen hinweg. Die Songs ließen sich nicht drängen. Damit sie überhaupt ins Ziel gebracht werden konnten, musste erst das Leben dazwischen passieren: „Der Grund, warum diese Songs erst jetzt fertig geworden sind, ist, dass ich vorher einfach noch nicht qualifiziert dazu war, sie abzuschließen“, sagt Homme.

„Insignificant Other“ ist das Herztück des Albums. Die Aufnahme ist der zweite von insgesamt nur zwei Studiotakes und fängt die fünf Musiker in einem lockeren Moment ohne jede Zurückhaltung ein. Sie lassen Zufälle zu und geben einander spontan Raum. „Uns allen war klar, dass man ein ganzes Album um etwas wie das hier herum aufbauen könnte“, erinnert sich Homme. Die Stimmung ist nachdenklich, das Gefühl unverkennbar wie tief in der Nacht. „Es ist ein Lied über Distanz“, so Joshua Homme. „Darüber, wie jemand deine ganze Welt sein kann, nur um dann einfach zu verschwinden. Und über das seltsame Schwindelgefühl, wenn man das zum ersten Mal am eigenen Leib erfährt.“

Die Aufnahmen für „Perfecth“ begannen nach der Tour zum Catacombs-Projekt, der reduzierten und kathartischen Neuinterpretation des Bandkatalogs, die tief in den unter Paris gelegenen Katakomben gefilmt wurde. Beflügelt von der überschwänglichen Resonanz auf Album und Tour stürzte sich die Band kurz vor Mardi Gras in New Orleans in die Studiosessions. Sie tauchten in das Chaos der Stadt und nahmen schließlich „Sunday“ auf, das gemeinsam mit Iggy Pop geschriebene Stück, welches ursprünglich auf dessen Album „Post Pop Depression“ erschienen war. „Die Sache brauchte ein wenig freudiges Brodeln, auch wenn der Text eigentlich fragt: ‚Wozu das Ganze?’‘“, so Homme. „Ich hatte den Song zunächst genauso gesungen wie Iggy, und das fühlte sich falsch an. Dann fand ich einen Zugang, der eher in Richtung French Disco ging. Eine ziemliche tanzbare Version.“

Die erste Single „Easy Street“ kommt gelassen daher, mit ihren akustischen Gitarren, psychedelischen Synthesizern und dem organischen Rhythmus in perfekter Weise unperfekt. Unter der Oberfläche zeigen sich Kanten und ein trockener, bissiger Humor. Als Gast-Sängerin ist Nikki Lane mit ihrer rauen, warmen Stimme und bestem Wanda-Jackson-Grit zu hören – ein wunderbarer Kontrast zu Josh Hommes geschmeidigen Vocals. Entstanden ist das Stück fast wie eine Demoaufnahme: ein lockerer Take ohne Klicktrack, mit Fehlern, die bewusst stehen gelassen wurden. Und genau das, so zeigt sich, war die richtige Entscheidung. Die Unvollkommenheiten untergraben den Song nicht. Sie sind der Song.

Mono“ ist der schonungsloseste und erschütterndste Song des Albums. Sein Klang fängt den Taumel eines gebrochenen Herzens perfekt ein: verloren, aus jeder Zeit gefallen und abgeschnitten von der Welt. Der Mix gleitet von Mono zu Stereo, von Klaustrophobie zu orchestraler Wucht. Von der Kohle zur Flamme. Auf „Mono“ blickt die Band in die Dunkelheit und formt daraus einen ihrer wohl vielschichtigsten, ausdrucksstärksten und strahlendsten Songs.

Der Titel „Perfecth“ entstand, weil das Wort „perfect“ kein ehrliches ist. Perfektion existiert nicht, so Homme. So machte er „perfecth“ daraus – eine Schreibweise, die besser zu diesem Begriff passt, der sich nie ganz richtig angefühlt habe. „Nichts auf dieser Welt ist perfect, aber alles scheint irgendwie perfecth zu sein“, erzählt er. „Der Titel ist komisch, wenn man in einer Gruppe ist, aber er ist es verdammt noch mal nicht, wenn man allein ist und merkt, wie unvollkommen alles ist.“

Text: Pressemitteilung

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