Nach drei gefeierten Alben und zehn Jahren Dauerbetrieb kündigten OK KID im Frühjahr 2024 eine Pause auf unbestimmte Zeit an – kein Social Media, keine Konzerte, keine neuen Releases. In Zeiten permanenter Sichtbarkeit wirkte dieser Rückzug fast radikal. Rückblickend war er jedoch die Grundlage für das vielleicht stärkste Werk ihrer Karriere. Mit „Komm, wir bleiben stehen“ kehrt die Band nun nicht nur musikalisch zurück, sondern geht im Herbst 2026 auch erstmals wieder auf große Tour. Ursprünglich erst für den 29.05. angekündigt, erscheint das Album nun überraschend bereits heute, am 22.05. – gemeinsam mit der neuen Fokussingle „Hör Nie Auf“.
Wir erinnern uns: Die Band hat nach 3 Top-Alben und 10 Jahren Vollgas Bandleben im Frühjahr 2024 eine Pause auf unbestimmte Zeit angekündigt. Kein Social Media, keine Konzerte, keine Releases in Zeiten, in denen das Füttern des Algorithmus‘ und Aufmerksamkeit die wichtigsten Währungen zu sein scheinen.
Aus damaliger Sicht: Ein waghalsiges Unterfangen! Aus heutiger Sicht: Ein Segen für dieses Album. „Komm, wir bleiben stehen“ heißt ihr 5. Studioalbum und sticht aus ihrem bisherigen Werk heraus. Schon die ersten 3 Songs „Hoffnung stirbt 1-3“ machen unmissverständlich klar: OK KID treffen das JETZT im wundesten Punkt.
Bei einem Guerilla Gig Ende Februar in ihrer Heimatstadt Gießen angekündigt, hat die treue Community nun endlich Gewissheit: OK KID sind zurück. Das Album ist das beste Beispiel dafür, was Großartiges passieren kann, wenn man politische und gesellschaftliche, aber auch persönliche Irrungen und Wirrungen aufsaugt, sie wirken lässt und in musikalische Kunstwerke gießt. In all ihrer Dringlichkeit und Klarheit.
OK KID waren schon immer eine Band, der Haltung in ihrer Musik wichtig war, aber so ehrlich und ungefiltert, wütend und verletzt hat man sie noch nie gehört.
Da wäre zum Beispiel die vor Dynamik nur so strotzende Ode ans Außenseiter- und Rebellentum „Rave On“. „Solang wir uns noch haben, ham die andern nicht gewonnen“, schreit Jonas Schubert fast ins Mikrofon und macht unmissverständlich klar: Wenn es überhaupt noch Hoffnung dieser Tage gibt, dann ist das die Gemeinschaft. Ja, es lohnt sich, für seine Ideale und Werte einzustehen.
Es geht darum, sich nicht vom toxischen Strudel der Gegenwartsbewältigung mitreißen zu lassen. Das ganze Album ist eine Suche nach Geborgenheit in einem dystopischen Umfeld.
13 Songs, keine Features. Allein Luisa Neubauers (Rave On Intro) und Max Richard Leßmanns (Hoffnung stirbt 1) Stimmen sind auf diesem Album mit Wortbeiträgen zu finden.
Neben offensichtlichen Bangern für die großen Festivalbühnen – „Farbfilm“ (angelehnt Nina Hagens Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“) und „Hör nie auf“ ist auch Platz für „kleine“ fast schon chansoneske Skits (Clowns) oder verspulte Gedanken im Rausch (Outro).
„Komm, wir blieben stehen“ hat nicht den Anspruch, das wichtigste politische Popalbum der letzten Jahre zu sein. Denn wenn man dies so nennen würde, dann würde es trotzdem nur einen Bruchteil von dem erfassen, was diese Platte ausmacht. Es ist das Gegenstück zu leicht verdaulichen Pophäppchen, ohne dass man auf Eingängigkeit und Leichtigkeit verzichten müsste.
OK KID klingen nicht mehr „mal“ nach Indie und „mal“ nach Rap: Der bandeigene Mix aus hybriden Garagedrums, Shoegazegitarren, Jungle-Anleihen, ausgetüftelten Samplechops und neu gedachten 808s ist 2026 zum Alleinstellungsmerkmal gereift. Ihre Einflüsse verschmelzen zu einem stimmigen Gesamtwerk, wie wohl noch nie zuvor in ihrer Karriere. In der Produktion trifft Wucht auf Sanftheit, Sounddesign auf Leidenschaft, Liebe zum Detail auf den Blick für das große Ganze. Alles komplett von der Band selbst unter Federführung von Raffi Balboa umgesetzt, abgerundet von David Maria Trapp, der Mix und Master beisteuert.
Ein Plädoyer für Empathie, Widerstand, und einfach stehen zu bleiben.
Text: Pressemitteilung
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