Mit „Fallout“ liefern kamikaze einen weiteren Vorgeschmack auf ihr für dieses Jahr angekündigtes Debütalbum „The End“. Der Song kreist um das abergläubische Gefühl, von einer Erfahrung verflucht“ zu sein. Wie eine ziellose Nachtfahrt steht die Single für Kontrollverlust, Introspektion und das Unausweichliche. Klanglich bleibt „Fallout“ dabei reduziert, aber eindringlich. Statt Explosion setzt der Song auf Verdichtung, auf langsames Einsickern. Die Atmosphäre ist fast klaustrophobisch, ohne je in Pathos zu kippen. Vielmehr entsteht eine kühle, ästhetisierte Dunkelheit, die an Whimsigoth, Lo-Fi-Pop und fragile Post-Punk-Momente erinnert.
kamikaze sind der aufgeladene Antagonismus aus Wut und Enthusiasmus. Seit 2017 sprengt das Duo aus Köln und Düsseldorf die Grenzen zwischen Pop-Appeal und Punk-Attitüde: Verträumte Melancholie trifft auf rebellische Euphorie. Ihren Sound beschreiben sie als „Soft Riot Pop“, eine Mischung aus bittersüßen Melodien, klarer Haltung und gelebter DIY-Kultur. Die Songtexte sind nah-
bar, subversiv, voller Herz und Widerstand zugleich.
Jessi (Gesang & Gitarre) und Flo (Gitarre) sind kein kurzlebiger Hype – eher eine entschlossene Gegenbewegung zur Pose. Ohne musikalische Vorbildung und aus einem reaktionären Kleinstadtumfeld kommend, gründeten sie kamikaze als Ausbruch und Selbstermächtigung. Instrumente wurden autodidaktisch gelernt, Konzerte und Releases selbst organisiert – ohne Label, ohne Manage-
ment. Der DIY-Ansatz zieht sich durch alles: von der Aufnahme mit einem 4-Spur-Rekorder über selbst produzierte Musikvideos bis hin zu physischen Veröf-
fentlichungen auf Kassette.
„Fallout“ ist eine hypnotische Auseinandersetzung mit dem, was bleibt, wenn ein Moment längst vorbei ist – und trotzdem nicht loslässt. Die wiederkehrende Zeile „There’s just night“ wirkt wie ein stilles Mantra: kein Ausweg, keine Abkürzung, nur das Aushalten. Doch gegen Ende dreht sich etwas. Zeilen wie „Use me like a curse“ sind kein Aufgeben – sie sind eine Entscheidung. Was verletzt, wird angenommen. Schmerz wird zur letzten Form von Kontrolle. Musikalisch trägt“Fallout“ diesen Zwiespalt konsequent: flirrende Gitarren, geisterhafte Synth-Flächen und ein stoischer Beat – der Gloom von The Smiths und die emotionale Offenheit von Daughter, verwoben mit modernem Dream Pop.
Zwei ausverkaufte EPs, eine Live-Session bei Orange ‚Ear und Support-Shows für The Exbats (2023) und Death Valley Girls (2024) markieren wichtige Stationen des bisherigen Weges. Dabei begleitet sie konsequent der „Killer-Ventilator aus der Hölle“ – ein wiederkehrendes Motiv in ihren Live-Shows und Camcorder-Videos.
kamikaze veröffentlichen ihr erstes Album „The End“ – komplett in Eigenregie aufgenommen – und zeigen einmal mehr, wie gut Haltung und Popmelodien.
Text: Pressemitteilung
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