Max Prosa – 01.04.2026 – artheater Köln

Vor rund fünfzehn Jahren feierte Max Prosa seinen größten Erfolg: Sein Debütalbum „Die Phantasie wird siegen“ war damals mehr als nur ein Achtungserfolg. Danach standen ihm verschiedene Wege offen, doch es scheint, als habe er sich für einen minimalistischen Pfad entschieden. Obwohl das Rampenlicht für Max Prosa heute weniger grell scheint, bleibt er präsent. Mit seinem neunten Studioalbum tritt er nun mit neu besetzter Band im ausverkauften artheater in Köln auf. Magnus Bang Olsen begleitet ihn am Klavier und an der elektrischen Gitarre, Leonie Geißler spielt den E-Bass mit präzisem und gefühlvollem Spiel, während Ben Anderson das Schlagzeug mit dynamischen Rhythmen und feinem Besenspiel bereichert. Prosa selbst ist bei den meisten Stücken mit einer akustischen Gitarre dabei.

Das Konzert gliedert Prosa in zwei Hälften: In der ersten spielt er ausschließlich neue Stücke aus dem Album „Mein Garten“. Diese sind meist sanft und bedächtig, können aber auch mit flotteren und rhythmischeren Momenten aufwarten. Immer wieder unterbricht er das Programm für kurze Gedichte.

Max Prosas Konzerte leben vom Miteinander, weshalb das Publikum während der Pause Gedichte, Songwünsche und Anregungen aufschreiben und in eine Box werfen darf.

Nach der Pause geht Prosa auf die Wünsche seines Publikums ein. Selbstverständlich präsentiert er auch „Flügel“ und liest weitere Passagen aus seinem Buch „Wildwuchs“ vor. So entsteht zwischen der Bühne und dem Publikum aus den Kölnerinnen und Kölnern nach und nach ein gemeinsames „Wir“ auf gleicher Ebene und Augenhöhe.

Der Sound ist durchweg klar, die Musikerinnen und Musiker spielen hervorragend zusammen. Die sorgfältige Abstimmung zwischen dem warmen Klang des Klaviers, den sanften Akkorden der akustischen Gitarre, den tiefen Tönen des E-Basses und den abwechslungsreichen Rhythmen am Schlagzeug schafft eine feinsinnige Klanglandschaft. Die enge Einbindung der Fans schafft Nähe und macht jedes Konzert zu einem einzigartigen, individuellen Erlebnis. Genau darin zeigt sich die wahre Kunst und Stärke von Max Prosa und seiner Band.

Und wenn er wiederkommt, gibt es höchstwahrscheinlich erneut keine Show, sondern eher einen intimen Abend zum Entspannen. Mit viel Herz, Charme und Nähe. Für alles andere ist Max Prosa nicht gemacht. Ich freu mich darauf.

Text: Jan Rombout

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