Lee „Scratch“ Perry & Mouse On Mars – Spatial, No Problem

Nach dem Tod von Lee “Scratch” Perry tauchten zahlreiche Aufnahmen auf, die als sein „letztes“ Projekt angekündigt wurden. Tatsächlich führte ihn sein letztes offizielles Album jedoch nach Berlin, in das Studio des Elektronikduos Mouse on Mars. Warum ausgerechnet dorthin, blieb unklar. Sicher war nur: Reggae sollte es diesmal nicht werden.

Im Dezember 2019 traf Perry im Berliner Paraverse Studio ein. Die Gastgeber hatten Musiker aus ihrem Umfeld eingeladen, um möglichst viele klangliche Möglichkeiten zusammenzubringen. Perry begann sofort, den Raum zu verändern: Er verteilte Bilder, Talismane und Aufkleber, schrieb Slogans an die Wände und verwandelte das Studio in eine Art Installation.

Die Arbeit verlief weitgehend intuitiv. Perry sang, murmelte, improvisierte mit Worten und Rhythmen, während die Musiker aufnahmen und von Raum zu Raum wechselten – ins Treppenhaus, in die Küche, sogar in einen Musikladen gegenüber. Gespräche über Konzepte gab es kaum; stattdessen entstand die Musik aus spontanen Begegnungen.

Das Ergebnis ist eine offene Klangcollage: elektronische Beats, Dub-Anklänge, improvisierte Bläser, digitale Störungen und Perrys brüchige, aber eindringliche Stimme. Reggae ist darin noch spürbar, aber nie dominant.

Der Albumtitel geht auf eine Szene im Studio zurück. Als Mouse on Mars Perry nach räumlichem Klang und Spatial Audio fragten, grinste er nur und sagte: „Spatial? No problem.“

Vom 05.06. – 13.06.2026 gibt es eine Soundinstallation zum Album im Barbican, London. Mouse On Mars eröffnen die Ausstellung persönlich.

Text: Pressemitteilung

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