Lambchop. Neues Album „Punching The Clown“ am 21.08. bei City Slang. Neue Single out now. Interviews. Tourdaten

Lambchop geben die Veröffentlichung ihres jüngsten Albums „Punching The Clown“ bekannt, das am 21. August 2026 bei City Slang erscheinen wird.

Heute bereits erscheint mit „Weakend“ die erste Auskopplung daraus, auf der Bandleader Kurt Wagner gemeinsam mit Andrew Broder an der Gitarre, Justin Vernon am Banjo und einem kompletten Chor unter der Leitung von Blake Morgan zu hören ist; aufgenommen und abgemischt wurde der Titel von Mark Nevers, produziert hat ihn Ryan Olson. Was alles auch für das gesamte Album gilt.

Wir halten also fest: Der musikalische Lambchop-Kosmos im Jahr 2026 besteht aus: Stimme, Chor, Banjo, Gitarre. Mehr braucht das neue Album „Punching The Clown“ nicht. In dieser Besetzung entsteht eine Musik zwischen Gospel, Folk und Country. Einerseits konzentriert und reduziert. Andererseits unglaublich reich und kraftvoll.
Und beim Songwriting handelte Kurt Wagner konsequent wie nie: Er lernte von den Besten und nahm sich vor, nur Liedern eine Chance zu geben, die da mithalten können. Und so ist „Punching The Clown“ im 33. Jahr der Bandgeschichte das neue Meisterwerk der meisterlichen Lambchop-Diskografie.

Und das kam so: Nashville, 2024: Kurt Wagner fuhr zur Tankstelle, im Autoradio lief ein alter Song, der ihn nicht mehr losließ. „Ein simples Lied“, sagt er, „ein Banjo hielt einen einzigen Akkord, dazu sangen ein paar Stimmen.“ Eine Mischung aus Folk, Country und Gospel. „Atemberaubend. Wunderschön.“ Ein paar Tage lang versuchte Wagner herauszufinden, was das für ein Stück war, das ihn so begeistert hatte. Es gelang ihm nicht. Dafür kam er bei seiner Recherche einer Musik auf die Spur, die längst vergessen ist, bis heute aber einen großen Einfluss auf Country und Folk ausübt. Wagner stieß auf die Liedform des „Lining out“, entstanden in britischen Kirchen des 17. Jahrhunderts, zu einer Zeit, als viele Menschen noch nicht lesen konnten. Ein Vorsänger, „Clerk“ genannt, gab eine simple Melodie und einen Text vor, die Gemeinde wiederholte das. Über die Aussiedler erreichte diese Musikform die Vereinigten Staaten und floss in den großen amerikanischen Schmelztiegel ein, aus dem heraus sich Gospel, Country oder die Folk-Music der Appalachen entwickelten. In Kurt Wagners Kopf war da längst ein Plan gereift: ein Lambchop-Album aufzunehmen, das den Geist dieser Musik und des geheimnisvollen Songs aus dem Radio widerspiegelt.
„Punching The Clown“ ist dieses Album.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Kurt Wagner einen genauen Plan im Kopf hat, bevor er sich an die Arbeit macht. Dafür gibt es in der einzigartigen Diskografie von Lambchop viele Beispiele. 1997 nannte Wagner das dritte Album „Thriller“, in der Hoffnung, allein der Titel würde die Verkaufszahlen vervielfachen. Der Lambchop-Klassiker „Nixon“ kombinierte 2000 Soul und Country, Curtis Mayfield und Hank Williams. „Is A Woman“ war zwei Jahre später ein vom Piano geprägtes Werk, mit „FLOTUS“ integrierte Kurt Wagner 2016 ein Autotune-Effekt in den Lambchop-Kosmos, übrigens aus sehr pragmatischen Gründen, wie er sagt: „Ich war damals allein auf Tour, der Autotune fühlte sich für mich wie ein Buddy an meiner Seite an.“

Im Grunde verfolgt jedes der bisher 15 Lambchop-Alben die Idee, den Sound der Band auf Basis des bereits Geschaffenen immer wieder neu zu erfinden. Man könnte denken, nach 33 Jahren und mit Album Nummer 16 könnte da nicht mehr viel kommen. Und dann kommt „Punching The Clown“: Bereits nach wenigen Sekunden findet man sich in einer neuen Lambchop-Welt wieder, in der alles neu und zeitgleich wunderbar vertraut klingt. Es fühlt sich an wie die Rückkehr an einen Lieblingsort im Traum.

Geprägt werden die neuen Songs, natürlich, von Kurt Wagners Stimme. Niemand sonst singt und spricht wie er. Wagners Vocals sind eine Kunst für sich, man sollte ihm dafür einen Grammy geben. Auf den Autotune-Effekt verzichtet er dieses Mal. Dafür hat er sich Chöre an seine Seite geholt. Zu hören sind zwei Ensembles, jeweils geleitet von Blake Morgan, eines aus Eau Clair mit sechs Stimmen, eines aus London mit elf. Die Chöre begleiten Wagner nicht, sie stehen mit ihm in lebhaftem Dialog. „Sie sind meine neuen Buddys, wie damals das Autotune-Gerät“, sagt er.

Und dann ist da das Banjo. „Ich bin kein großer Fan dieses Instruments“, gesteht Wagner. Zu viel Yeehaw… Andere würden in so einem Fall die Finger davonlassen. Er fühlt sich dadurch motiviert. „Denn wenn man es sich zugesteht, die eigenen Vorurteile zu überwinden, wird man dadurch belohnt, neue Facetten zu entdecken.“ Der Plan: das Banjo cool und attraktiv zu machen. Da traf es sich sehr gut, dass sich oben in Eau Claire, Wisconsin, 800 Meilen nördlich von Wagner Heimatstadt Nashville, gerade jemand intensiv mit dem Banjo beschäftigte: Justin Vernon von Bon Iver. Ein Star. Aber auch ein Nerd, der sofort zusagte, als Kurt Wagner ihn fragte, ob er Teil dieser neuen Lambchop-Besetzung sein wolle.

Diese besteht damit aus: Kurt Wagner und Andrew Broder, der ihn als Gitarrist seit einigen Jahren live begleitet. Dazu die beiden Chöre von Blake Morgan sowie Justin Vernon am Banjo. Eine Gruppe wie diese gab es noch nie. Eine Band wie Lambchop ja auch nicht. Wichtig zu erwähnen ist noch Produzent Ryan Olson. „Keiner, der nur Knöpfchen dreht“, sagt Wagner, „sondern jemand, der als Künstler seine Spuren hinterlässt.“ Auf „Punching The Clown“ geschieht das zum Beispiel in Form von Glitches, also kleinen Irritationen und Verschiebungen. Gleich im ersten, wunderschönen Song „Just West Of Nicolett“ ruft plötzlich jemand unvermittelt dazwischen: „Lambchop, no shit!“ „Ich mag es, wenn diese Störungen dann auftreten, wenn man am wenigsten mit ihnen rechnet“, sagt Wagner. Als kurze Blitze mitten im Schönklang.

Es entstanden 30 Lieder, aufgenommen als Demos. Nun ging es darum, zwölf für das Album auszusuchen und in die richtige Reihenfolge zu bringen. Die Struktur von „Punching The Clown“ stand also bereits, bevor die tatsächliche Produktion begann. „Wir haben das Album von Beginn als Ganzes betrachtet“, sagt Wagner. Kein Wunder, dass es so kohärent und selbstbestimmt klingt. Typisch für Lambchop. Einerseits. Andererseits geht die Platte noch einen Schritt weiter. Die Qualität der Songs, die Besetzung der Gruppe, die Einzigartigkeit der Arrangements und Produktion – „Punching The Clown“ ist ein Meisterwerk in der meisterhaften Lambchop-Diskografie. Inklusive Texte zum Niederknien.

12.02. Hamburg, Christianskirche
13.02. Berlin, Passionkirche
14.02. Erlangen, Markgrafentheater
16.02. AT-Wien, Theater Akzent

Text: Pressemitteilung

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