Kat Frankie solo – 17.02.2026 – Gloria Köln

Ein bisschen verwundert es schon, dass es noch Karten gibt. Zugegeben hat der Karneval Köln fest im Griff. Jedoch hätte ich größeren Zuspruch vermutet. Doch bevor die Australierin und Wahlberlinerin loslegt, gibt sich der Support Wim die Ehre. Hinter Wim steckt Katharina Müller, eine sehr junge Singer-/Songwriterin, deren zweites Album in der Mache ist. Hauptsächlich spielt sie am Keyboard, ihr Gesang ist kräftig und dunkler klingend, als es ihre Optik vermuten lässt. Der Mix aus Schüchternheit und zugleich aber Ansagen mit frechem Humor, weiß zu gefallen und in ihren rund dreißig Minuten, zieht sie das Kölner Publikum im teilbestuhlten Gloria in Windeseile auf ihre Seite.

Sympathisch und authentisch verweist sie auf ein eigenes Konzert um den 11.11. rum in Köln, ein Termin, den man im Blick haben sollte.

Nach einem kurzen Umbau geht es mit Kat Frankie weiter. Sie spricht außer ein schüchternes „Hallo“ den ganzen Abend nur Englisch und gibt sich eher wortkarg, lässt allerdings ab und zu ihren Humor aufblitzen. Dennoch wirkt sie reserviert, schüchtern und unnahbar und braucht lange, um aufzutauen. Auch ihr Gesang und ihre Stimme sind zwar kräftig aber eben nicht forsch, sondern bedächtig und zurückhaltend. Aber jeder Ton sitzt und schafft eine Gänsehautatmosphäre. Das Schöne: Für so einen Gig, der intim und zerbrechlich absolviert wird, ist Geduld, Konzentration und Stille vom Kölner Publikum gefordert. Und Köln liefert ab. Man könnte eine Stecknadel fallen hören, so still ist es im Gloria und so gebannt hören ihre Fans ihr zu.

Und so plätschert der Abend vor sich hin. Atmosphärisch dicht mit jede Menge Loops, legt sie mehrere Hörszenen von sich selbst an, die sich wunderbar in Song und Gesang einfügen. Von „Bina“ über „Versailles“ und „Bad behaviour“, „Please don’t give me what I want“ und „Shiny Things“ Klingen die Songs im minimalistischen Arrangement tiefer und persönlicher. Wer jetzt denkt, so etwas möchte ich auch mal sehen, dem sei ihr außergewöhnliches Stimmprojekt BODIES mit sieben weiteren Sängerinnen ans Herz gelegt. Nach einem 2024 veröffentlichten, gleichnamigen Album singen die Damen Acapella und gastieren damit erneut am 22. März 2027 erneut in der Kölner Philharmonie. Und so endet ein mehr als stimmiger Abend, der Lust auf mehr macht. Von Wim und Kat Frankie.

Text: Jan Rombout

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