Grim104 in neuer Single über die Musikindustrie / Album am 27.03.2026 / Tourdaten!

Auf „Hinter Der Tür“, der nächsten Auskopplung aus dem neuen Album von Grim104 – „No Country For Old Grim“ – lässt der Rapper eine Trennung Revue passieren, die so alltäglich wie brutal ist, „Zuerst fällt eine Bombe, dann ein Blitz, danach nur Schwärze/ Ich bin Anfang 30, diese Trennung meine erste“. Präzise seziert er das Gefühl des Stürzens ins Bodenlose und den Versuch, irgendwo einen Halt zu finden, „Wenn ich schlafe, sind die Träume schräg und ohne Sinn/ Ich werd wach und brauch ein bisschen bis ich merke, wo ich bin/ Find noch immer nicht den Lichtschalter, taste durch das Dunkel/ ich darf mir nicht das Handy nehmen/ weil ich sonst auf dein Insta gucke.“

Nicht nur das ungewohnt intime Thema ist ein Novum für Grim104, auch Sound und Feature-Gast erweitern den Kosmos des 37-jährigen: Der Beat von Produzent Silkersoft überrascht durch eine dunkel-samtige Atmosphäre mit Wave-Einsprengseln und unterstreicht eindrucksvoll Trennungsschmerz und Entfremdung mit einem hypnotischen Sound. Und dann ist da noch die Stimme von David Tendler, dem 21- jährigen Sänger von Crimson Bloom, der im Refrain glockenhell und bittersüß zusammenfasst, was die ersten Wochen und Monate nach Tag X so schmerzhaft macht, „Hinter dieser Tür ist kein Zuhaus/ seit diesem Jahr sinds nur Räume/ Falle blau ins Bett und hoff’, dass ich nicht träume“.

Damit ist „Hinter Der Tür“ nicht nur eine weitere Facette des Zugezogen Maskulin Rappers, sondern auch die Dokumentation und Verarbeitung eines Falls, durch die Nächte, durch leere Straßen, durch die Kneipen, immer auf der Suche, dass dort etwas wartet, was aus den Räumen hinter der Tür wieder ein Zuhause macht.

„No Country For Old Grim“, ist eine irrwitzige, finstere Collage aus all diesen Bildern, die in den letzten Jahren sowohl das Weltgeschehen als auch unser persönliches Empfinden beeinflusst haben: Mit den Gräueln und Kriegen hat sich die relative Gemütlichkeit der Zehnerjahre endgültig aufgelöst, das Gefühl von politischer und wirtschaftlicher Sicherheit ist in den letzten Jahren erodiert.

Und auch im Nahbereich beginnen die Dinge zu rutschen: Die „Arm, Aber Sexy“-Utopie von Berlin ist ausgeträumt und eine obskure, neue Klassengesellschaft ist entstanden – die, die den Smoothie bestellen und die, die den Smoothie in einem kaputten Mitsubishi Colt liefern.

Dazwischen all die Überlegungen, die man sich als Mittdreißiger macht, wenn man es nicht mehr in die Smoothie-Klasse geschafft hat: Oder doch nochmal was Richtiges machen? Oder doch noch mal wegziehen? Oder nicht?

Mit diesem Tanz auf der Klinge zwischen Gegenwartsgemälde und Seelenstriptease kennt sich Grim104 aus: Als Mitglied von Zugezogen Maskulin prägte er über 10 Jahre den Stil und den Inhalt von politischer Musik in Deutschland, verband kritische Texte mit Coolness und einer tiefen Verwurzelung in die HipHop-Kultur, bevor er sich ab 2019 wieder vermehrt seiner Solo-Karriere widmete: Erst mit dem intelligenten Horrorcore-Entwurf „Das Grauen, Das Grauen“, später mit der melancholischen Vergangenheitsbewältigung „Imperium“ und dem hedonistischen „Das Ende Der Nacht“.

Ein wiederkehrendes Element ist das Aufwachsen in der norddeutschen Provinz, das Gefühl, weder dort noch im juste milieu der hippen Innenstadt-Bezirke eine Heimat gefunden zu haben, das besonders auf seinem gefeierten Debüt „grim104“ von 2013 zur Geltung kam. Passend dazu ist der 37-jährige Moderator des Podcast „Zum Dorfkrug“, in dem er mit Gästen wie Bill Kaulitz, Jennifer Rostock, Hadnet Tesfai oder Felix Lobrecht über eben diese Themenfelder sprach. Sein neues Album bildet den Höhepunkt und die Zusammenführung dieses Spannungsfeldes: Gerade noch irrwitzig und wütend, dann resigniert und todtraurig und dazwischen immer mit einem Sinn für das Absurde, das Schöne, das Komische. Immer zwischen den Stühlen, nie zu sehr in Gewissheiten verhaftet, nie ganz zuhause.

No Country For Old Grim Tour 2026

17.04.2026 – Hamburg, Knust
18.04.2026 – Leipzig, Conne Island
23.04.2026 – Bremen, Lagerhaus
24.04.2026 – Hannover, Faust
25.04.2026 – Köln, CBE
26.04.2026 – Dortmund, Junkyard
30.04.2026 – Nürnberg, Stereo
01.05.2026 – München, Ampere
02.05.2026 – Frankfurt, Zoom (kleiner Raum)
09.05.2026 – Berlin, SO36

Text: Pressemitteilung

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