FAIN veröffentlichen ihre Single „The Forces“ + Musikvideos!

DIE GESCHICHTE

Hamburg, frühe 1980er. Rund um das Indie-Label ZickZack Records wächst eine Szene, die keine Bewegung sein will und trotzdem eine ist. Boytronic landen mit You in den deutschen Charts. Xmal Deutschland und Palais Schaumburg verbinden Hamburger Underground mit britischem New Wave. Synthesizer und Drum Machines sind kein Hilfsmittel mehr sie sind das Instrument.

In Bremen gründen Matthias Rewig, Otto Berninghausen, Andreas Pogoda und Wiltert Wilts 1982 First Aircrash in Nevada. Synth-Pop, Minimal Wave, englische Texte aufgenommen im PAP-Studio auf BASF-Chromdioxid-Kassetten. Die Musik findet schnell Gehör jenseits der Region: In Berlin produziert das direkte Umfeld von Depeche Mode – darunter Martin Gore – ein Video für die Band. Auch nach der Auflösung bleibt First Aircrash in Nevada im Underground präsent: Jahrzehnte später wird die Kassette in Szene-Blogs als Entdeckung gefeiert und zirkuliert weiter unter Minimal-Synth-Sammlern weltweit. Wilts scheidet aus. Dann trennen sich die Wege der Verbliebenen für viele Jahre.

MATTHIAS REWIG

Rewig zieht nach Hamburg und wird zur prägenden Figur der dortigen Elektronikszene. Als Resident-DJ im Kir (1988–1994) trifft er auf Project Pitchfork, produziert ihre erste Kassette und begleitet die Band durch ihre ersten vier Alben – den Grundstein einer der erfolgreichsten Karrieren im deutschen Electro-Wave. Es folgen Produktionen für Girls Under Glass, Peter Spilles und Aurora Sutra. 1986 gründet er die nhb Studios, heute eines der einflussreichsten Musikproduktionshäuser Deutschlands. Als Solokünstler veröffentlicht er bis heute regelmäßig eigene Musik.

OTTO BERNINGHAUSEN

Otto Berninghausen zieht nach London – und bleibt neun Jahre. Tagsüber arbeitet er als Wissenschaftler, nachts sampelt er die Sounds der Londoner Independent-Szene und spielt auf Freundes-Gigs mit Noise-Generatoren. Industrial, Dark Electronic, die rohen Kanten des Londoner Undergrounds sickern ein. Als er zurückkommt, hat er einen neuen Ansatz: psychedelische EBM-Musik, die so klingt, als hätte jemand die Bremer 80er durch ein Londoner Kellerstudio gezogen.

DER SOUND VON FAIN

fain macht keine Nostalgie. Die Dark-Wave- und Elektronik-DNA der frühen 80er ist vorhanden – der Tastenklang, die Kälte, die Dringlichkeit – aber das Ziel ist kein Museum. Es geht darum, das Gefühl dieser Musik in die Gegenwart zu übersetzen: mit moderner Produktion, ohne den rohen Kern zu glätten. Bands wie She Past Away, Boy Harsher oder Lebanon Hanover verfolgen einen ähnlichen Ansatz – sie schöpfen aus denselben Quellen, klingen aber nicht wie Reproduktionen. fain ist Teil dieser Bewegung, kommt aber mit einer Geschichte, die die meisten von ihnen nicht haben: Sie waren schon dabei, als es noch keinen Namen dafür gab.

Am 17.04.26 erscheint The Forces – und der Titel ist Programm: Er trägt den Namen eines Songs von 1984, der damals auf der B-Seite der Kassette stand. Die Stimme auf dem Track gehört Andreas Pogoda, Mitbegründer und Sänger von First Aircrash in Nevada, der 2021 an einem Hirntumor starb. Matthias und Otto haben seine Stimme aufwändig rekonstruiert und ihn damit noch einmal singen lassen. Ein Akt der Trauer – und der Kunst. Zur Single wurden vier Musikvideos produziert. Im Hauptvideo treffen die heutigen Bandmitglieder auf ihre jungen Avatare aus den 80ern und durchleben gemeinsam noch einmal ihre Geschichte. Die drei weiteren Videos bilden eine Trilogie: eine Reise durch Dunkelheit, Flucht, Apokalypse und Rettung. Künftig arbeitet fain mit wechselnden Gastsängern.

Text: Pressemitteilung

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