Bülent Ceylan ist ein Mann mit vielen Talenten. Er kann Menschen zum Lachen bringen, gesellschaftliche Themen auf die Bühne schleppen und ziemlich überzeugend so tun, als wäre Metal schon immer sein natürlicher Lebensraum gewesen. Auf seinem zweiten Studioalbum „B.L.N.T.“ macht er aus dieser Mischung inzwischen ziemlich selbstverständlich sein eigenes Ding.
Zwölf Songs zwischen Rock, Metal, Ballade und gesellschaftlicher Ansage zeigen, dass Ceylan nicht mehr nur den Ausflug vom Comedy-Mikrofon zur E-Gitarre wagt. Er scheint sich dort inzwischen ganz wohlzufühlen. Die Songs sind druckvoll produziert, die Gitarren dürfen ordentlich braten und trotzdem bleibt genügend Platz für das, was Ceylan ausmacht: Humor, persönliche Geschichten und die Lust, auch mal dorthin zu zeigen, wo es wehtut.
Dabei muss man nicht jede Pointe unbedingt lustig finden. Das gehört bei Ceylan genauso dazu wie die manchmal sehr deutliche Botschaft. „B.L.N.T.“ will keine musikalische Weltrevolution anzetteln. Das Album will Rock und Metal mit einer Haltung verbinden – und dabei möglichst niemanden zurücklassen.
Dass dafür Doro bei „Wolfsherz“ und Michael Rhein von In Extremo bei „Randale und Radau“ mitmischen, ist mehr als prominente Dekoration. Gerade „Randale und Radau“ klingt nach dem, was der Titel verspricht: nach Freundschaft, Ausgelassenheit und einem Song, der live vermutlich noch ein paar Dezibel drauflegt. Rhein und Ceylan passen dabei erstaunlich gut zusammen.
Interessanter wird es, wenn Ceylan den Klamauk ein Stück zurücknimmt. Dann zeigt sich, dass hinter dem Bühnenmenschen tatsächlich ein Musiker steckt, der etwas zu erzählen hat. Zwischen harten Sounds, persönlichen Momenten und gesellschaftlicher Kritik entsteht ein Album, das nicht immer subtil sein möchte – aber dafür ziemlich eindeutig.
„B.L.N.T.“ ist kein verkleidetes Comedy-Album mit ein paar Metal-Gitarren. Es ist Ceylans musikalische Spielwiese, auf der Humor und Haltung nebeneinander stehen dürfen. Manchmal mit ausgestrecktem Zeigefinger, manchmal mit breitem Grinsen und gelegentlich mit ordentlich Radau. Und vielleicht ist genau das inzwischen der Bülent-Style: nicht entscheiden zu müssen, ob man Musiker oder Comedian ist. Einfach beides sein.
Wer wissen möchte, wie das Ganze live funktioniert, bekommt im September Gelegenheit dazu. Bei der Clubtour 2026 dürfte es jedenfalls etwas enger, lauter und vermutlich auch schwitziger werden:
BÜLENT CEYLAN LIVE – Clubtour 2026
22.09.2026 – Mannheim / Capitol
23.09.2026 – Saarbrücken / Garage
24.09.2026 – Essen / Weststadthalle
26.09.2026 – München / Backstage
27.09.2026 – Nürnberg / Hirsch
29.09.2026 – Stuttgart / LKA Longhorn
30.09.2026 – Frankfurt / Batschkapp
Text: Dennis Kresse
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