Angriff auf’s Schlaraffenland: Ein Deutschpunk-Mixtape!

1976 erschienen die ersten Singles, die im Nachhinein als Punk kategorisiert wurden. Das ergibt ein rundes, fünfzigjähriges Jubiläum, das Tapete Records mit einer Compilation und der Ventil Verlag mit zwei Büchern begehen.

Anfang März 2026 verfranste sich der deutsche Kulturstaatsminister ziemlich, als er auf Rat des Verfassungsschutzes hin den Ausschluss mehrerer Buchhandlungen vom bundesweiten Buchhandlungspreis autorisierte. Teil seiner öffentlichen Begründung war der Schriftzug „Deutschland verrecke“ auf der Bremer Buchhandlung «Golden Shop».

Dass hier ein 45 Jahre altes Deutsch-Punk-Zitat von Slime Teil einer Kontroverse wurde, demonstriert eine von vielen möglichen Weisen, auf die man sich auch heute weiter an Punk abarbeiten, um Deutungen streiten, in Erinnerungen schwelgen und nach vorne spekulieren kann.

„Punks are the old farts of today“, haben die Vomit Visions schon 1980 festgestellt. Und ist damit nicht eigentlich bereits alles gesagt über Punk, die Historisierung des Genres, den musikalischen Konservatismus und den Rummel um runde Geburtstage? Hat Punk unserer Gegenwart überhaupt noch etwas mitzuteilen? Deutschsprachiger Punk zudem, Deutschpunk, der deutsche Punk-Sonderweg?

Diese Compilation öffnet sich unterschiedlichen Spielarten und Sprechorten von Punk mit deutschen Texten. Gemeinsam ist den Songs, dass sie auf Basis von Punk auf der einen und der deutschen Sprache auf der anderen Seite etwas eigenes erschaffen haben, das in seinen interessantesten Momenten mit der deutschen Sprache ebenso hadert wie mit Punk selbst.

Live-Veranstaltungen zu beiden Büchern:

24. April – Berlin: Wiener Blut (mit Jan Müller, Fiona Lehmann, Myriam Brüger)
13. Mai – Wuppertal: Literaturbiennale (mit Linus Volkmann)

Text: Pressemitteilung

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