Jennifer Rostock veröffentlichen Video zur Single „Alles muss man selber hassen“ Label: Kopf oder Zahl Records!

Man öffnet das Handy. Irgendwo brennt ein Wald. Ein Milliardär wird reicher. Jemand verkauft Selbstoptimierung im Abo-Modell.Im Fernsehen dreht sich die nächste Empörungsdebatte im Kreis. Jede einzelne Meldung wäre Grund genug, wütend zu werden. In der Summe aber verschwimmen sie zu einem Strom, durch den man sich irgendwann nur noch hindurchwischt. Genau gegen diese Müdigkeit richtet sich „Alles muss man selber hassen“.

Der Song reißt uns aus der Gleichgültigkeit. Wir dürfen uns nicht an das gewöhnen, was uns eigentlich schockieren sollte. „Dieses Leben, das wir leben, bringt uns langsam um /Man kriegt den Hamster aus dem Rad, aber nicht andersrum.“

Der Song beginnt mit dumpfen Bässen und Stimmengewirr. Als stünde man vor einem Club und wüsste noch nicht recht, was darin passiert. Dann fliegt die Tür auf, der Beat rastet ein und Jennifer Weist holt zum Rundumschlag aus: Optimierungswahn, soziale Ungerechtigkeit, klimaschädliche Politik.

Zunächst scheint alles wild durcheinanderzugehen. Doch mit jeder Zeile wächst der Verdacht, dass diese Dinge enger zusammenhängen, als es auf den ersten Blick wirkt. „Alles muss man selber hassen“ schaut sich um und stößt auf eine Gesellschaft, in der erstaunlich viele Menschen erstaunlich viele Probleme sehen und trotzdem hoffen, dass sich am Ende schon irgendjemand anderes darum kümmern wird.

„Irgendwer wird sich schon kümmern / Irgendwer kümmert sich immer / Irgendwann wird alles gut / Aber irgendwie wird alles schlimmer.“

Doch der Song ist mehr als ein zynischer Fingerzeig auf den kaputten Zeitgeist. Und er resigniert auch nicht schulterzuckend vor der Realität.Aus Hass wird Hoffnung. Aus Protest wird Vision. Lasst uns nicht hinnehmen, was nicht hinnehmbar ist.

Warum werden dieselben aufreibenden Debatten immer wieder geführt, ohne dass sich an den Verhältnissen etwas ändert? Wer profitiert davon, wenn Empörung zuverlässig Aufmerksamkeit erzeugt, aber folgenlos bleibt?

„Alles muss man selber hassen“ verschiebt den Blick von den wechselnden Aufregern auf die Strukturen, die sie hervorbringen:

“Es gibt am Ende immer einen, der sich die Hände reibt /weil die Windmühlen, mit denen wir kämpfen, irgendwer betreibt.”

Jennifer Rostock ziehen eine klare Grenze: Hass gegen Menschen lehnen sie ab.Ihr Hass richtet sich gegen Ungerechtigkeiten und gegen Verhältnisse, die sie zur Normalität machen.
Darin liegt seine Kraft: Aus Wut kann Widerstand werden, aus Ohnmacht gemeinsames Handeln.

„Wir hassen keine Menschen, das wär uns zu bequem / Wenn wir hassen, hassen wir das ganze scheiß System.“

Musikalisch macht „Alles muss man selber hassen“ das, was Jennifer Rostock seit jeher so unverwechselbar macht.Aus dem clubbigen Intro entwickelt sich ein Song aus kantigen Gitarren, präzise gesetzten Rhythmuswechseln, flackernden Synthesizern und kurzen Momenten des Innehaltens. Jennifer Weist spricht, säuselt, skandiert und schreit sich durch den Song, als würden mehrere Versionen derselben Sängerin gleichzeitig um das letzte Wort kämpfen.

„Hast du gedacht, du musst dich nicht damit befassen? / Hast du gedacht, du kannst das andern überlassen?“ Wer darauf wartet, dass andere die Verhältnisse ändern, überlässt sie denen, die von ihnen profitieren.

Text: Pressemitteilung

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