Seit längerer Zeit schon ermittelt die staatliche Exekutive bezüglich verdächtiger Bandenmusikalität in den eigenen Reihen. Ermittlungsergebnissen zufolge gründete sich im Dezember 2019 in Leipzig Connewitz eine Band(e), die gitarrenlastige Musik unter die Bevölkerung bringt. Mit schnellem Beat, elektronischer Umrahmung und mehrstimmigen Gesangseinlagen überwältigten die Täter*innen ihr Publikum auch schon auf Live-Konzerten, es entstand Hörgenuss im druckvollen Ausmaß.
Seit drei Dekaden ist das Hotel Astoria im Zentrum Leipzigs schon geschloszen. Mittlerweile steht nur noch die denkmalgeschützte Fassade. Doch bei SOKO LiNX ist Punk noch nicht zur Fassade verkommen, sondern bleibt Punk, der auch gehaszt werden darf. Vermutlich eine ziemlich bemühte Analogie, aber zurück zum Thema: Hotel Astoria spiegelt das neue Album „Punk für Leute, die Punk haszen“ sehr gut wider: Ironie musikalisch eingemummt irgendwo zwischen Elektro und Punk.
Die maskierten Teletubbies des Elektro-Punk mit Alditüte und gelegentlichen Rap-Ausflügen sind zurück! Was? Schon wieder?! Als würden zwei Alben nicht schon reichen. Aber sei es drum. Nach „AUF DIE FRESZE. FERTIG. LOS!“ (2022) und „BLOSZ KEINEN STRESZ“ (2024) folgt im Jahr 2026 nun der dritte Longplayer „PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN“.
Auf „PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN“ wird erneut zusammengeworfen, was dem Anschein nach nicht wirklich zusammengehört. Am Ende paszt dann irgendwie doch wieder alles. Das musikalische Bauwerk steht abermals stabil auf den vier Genre-Säulen PUNK, ELEKTRONISCHE MUSIK, POP und RAP. Ironische Überspitzungen und politische Themen bilden neben Alltagsgeschichten wieder das lyrische Korsett, dasz das Album auch inhaltlich zusammenhält. Auszerdem gibt sich SOKO LiNX das erste Mal selbstreferenziell und stellt unter anderem die Frage in den Raum, ob die eigene Musik noch Punk ist oder doch schon Mainstream? Vermutlich keines von beiden.
>>“PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN“ STREAMEN << Dieses Album entstand in einer Zeit der masziven Veränderung und des Umbruchs. 2024 verstarb völlig unerwartet ein enger Freund und wichtiger Wegbegleiter der Band. Drummer und Gründungsmitglied NiXS KOOL verliesz nach einer Zeit der Ungewiszheit die Band. Die Aufnahmen fanden nicht wie zuvor innerhalb von zwei Wochen in Leipzig statt, sondern in unterschiedlichen Sessions in zwei Berliner Studios auf zwei Jahre verteilt. ACEY AVALON unterstützte bei den Gitarren-und Schlagzeugaufnahmen. Er spielte aus Ermangelung eines eigenen Schlagzeugers sogar noch die Drums ein.
Aus diesen Gründen bedeutet „PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN“ sowohl Abschlusz als auch Neuanfang. Abschlusz, auch weil dieses Album eine Trilogie vervollständigen wird. Neuanfang, auch weil mit dem neuen Drummer ONLi KOXS frische Einflüsze und Impulse SOKO LiNX bereichern werden. Doch SOKO LiNX halt nach wie vor an Altbewährtem fest. Denn SASCHA HÖHM zeigte sich zum dritten Mal in Folge als Produzent für das typische Soundgewand von SOKO LiNX verantwortlich.
Auch wurden wieder hochgeschätzte Musiker:innen ins Studio eingeladen, um den sokolinxischen Backkatalog zu veredeln. Nur zwei sind den Einladungen gefolgt, aber die haben es in sich. Zum einen komplementiert Axel Kurth von WIZO mit seiner unverwechselbaren Stimme den jetzt schon zeitlosen, weil zeitverlustigen Klassiker „ZEITMANAGEMENT“. Zum anderen bereichert Fati Morgana von THE DEAD END KIDS das Lied „KEIN KOMPLIMENT“ und gibt sowohl dem Song als auch ihrer eigenen Stimme eine neue Facette. Fazit: hörenswert!
Das Album „PUNK FÜR LEUTE, DIE PUNK HASZEN“ erscheint heute auf Fettfleck Records (Cargo) als LP und digital und enthält 15 neue Songs, zu denen zwischen Lethargie und Gröszenwahn getanzt und mitgesungen werden kann. Wie immer KI-frei, auch wenn KI jetzt Kunst macht.
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Text: Pressemitteilung
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