Skunk Anansie – 11.06.2026 – Turbinenhalle 2 Oberhausen

Skunk Anansie besuche ich auf jeder Tour, wenn sie zumindest in NRW Halt machen. War es das letzte Mal das Palladium in Köln, so geht es nun nach Oberhausen in die kleinere Turbinenhalle 2. Das überrascht schon etwas. Da ich aber dort die Plätze für Menschen im Rollstuhl besser finde, ist das auch in Ordnung. Bevor die bühnengewaltige Skin mit ihren Mitstreitern, ihre Power auf der Bühne entladen kann, gibt es zuvor einen Support. Hierbei handelt es sich um Lady Lazarus.

Lady Lazarus ist eine australische All-Female/Non-Binary Punkband., welche ungefähr 30 Minuten spielt und mit Songs wie ‚Eat Spit‘, ‚Rude‘ und ‚Delirium‘ auf sich aufmerksam macht. Das Motto der Band ist: „We’re here, we’re queer, and ready for a beer“. Lady Lazarus ist eine in Sydney gegründete und in Berlin ansässige Punkband,die ungestüme Energie, scharfe politische Botschaften und ein kompromissloses DIY-Ethos vereint. Gegründet wurde die Band von Caroline (Gesang), Izzy (Bass) und Jules (Schlagzeug). Kein Label, kein Team – nur der unbändige Wunsch, die Welt zu
verändern, und der jugendliche Übermut (oder die Dummheit), es auch tatsächlich zu tun. Der brachiale Stil past sehr gut zu der Musik von Skunk Anansie.

Diese sind direkt nach der Umbaupause am Start und Skin zieht direkt alle Blicke auf sich. Ganz in schwarz gekleidet springt, läuft und bewegt sich die fast 60-jährige Frontfrau nahezu immer noch so gut wie früher. Die Setlist vereint die größten Hits der Briten und fünf Songs des aktuellen Albums „The Painful Truth“, die geschickt über den ganzen Abend verteilt werden. Leider lässt der Sound zu wünschen übrig, was sich auch kaum ändert den Abend über. Skin, die mit bürgerlichen Namen Deborah Anne Dyer heißt, gibt Vollgas. Sie klettert in die vorderen Reihen ins Publikum und lässt sich auf Händen tragen, besucht die Rollstuhltribüne oder begibt sich in die Menge und singt mit ihr einen Song gemeinsam. Energiegeladen und dem Publikum zugetan, das
sind immer zwei ihrer häufigsten Merkmale. Das dritte ist immer noch Skins Stimme und Gesang. Diese ist immer noch hoch, zart und zerbrechlich oder wütend, schreiend und druckvoll.

Und ihre Bandkollegen? Die gönnen ihr den Ruhm und geben ihr den Raum. Routiniert und erfrischend zugleich. Und wer sich so aufreibt, der kann sich der Gunst des Publikums immer sicher sein. Und so werden große Teile des Publikums wohl wiederkommen und das Quartett wird auf der Bühne sich wieder voll verausgaben.

Bis zum nächsten Mal also.

Setlist Skunk Anansie:
This Means War
Charlie Big Potato
Because of You
An Artist Is an Artist
Love Someone Else
God Loves Only You
Shame
Weak
Twisted (Everyday Hurts)
I Can Dream
Animal
Yes It’s Fucking Political
Tear the Place Up
Little Baby Swastikkka
Cheers
Hedonism (Just Because You Feel Good)
Lost and Found
Highway to Hell / The Skank Heads (Get Off Me)
You’ll Follow Me Down (Acoustic)

Text: Jan Rombout

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